Jetzt läuft auf Ö1:

Die Ö1 Jazznacht

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05.00 Uhr

 

 

Nachrichten


05.03 Uhr

 

 

Guten Morgen Österreich


06.00 Uhr

 

 

Ö1 Frühjournal


06.10 Uhr

 

 

Guten Morgen Österreich


06.56 Uhr

 

 

Gedanken für den Tag

"Eindrücke aus einer terra incognita" - Künstler und Autorinnen aus Belarus möchte Martin Pollack, Autor und Übersetzer, aus ganz persönlicher Sicht in den Mittelpunkt stellen. - Gestaltung: Alexandra Mantler Ein blinder Fleck im heutigen Europa. Eine terra incognita, die im Westen oft reduziert wird auf die Tatsache, dass Weißrussland, oder Belarus, die letzte Diktatur in Europa ist, ein kommunistisches Freilichtmuseum, mit einem schnauzbärtigen Diktator, der wie eine groteske Kopie von Josef Stalin anmutet. Da ist schon was dran, aber in Wahrheit ist die Sache natürlich viel komplizierter. Belarus ist, wenn man einmal die Politik ausklammert, ein Land von großer Schönheit, urtümliche Sumpfgebiete und Wälder, gemächlich durchs Land mäandernde Flüsse, und dann wieder schier endlose Kolchosen, Ackerwüsten. Vor allem aber besitzt Belarus ungemein liebenswerte Menschen, interessante Intellektuelle, Verleger, Autoren, Künstlerinnen. Artur Klinau, Viktar Martynovych, Valer Bulhakau, Swetlana Alexijewitsch, Valzhyna Mort ... Sie möchte der Autor und Übersetzer polnischer Literatur Martin Pollack in den Mittelpunkt stellen, aus ganz persönlicher Sicht.


07.00 Uhr

 

 

Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell


07.33 Uhr

 

 

Guten Morgen Österreich


07.52 Uhr

 

 

Leporello


08.00 Uhr

 

 

Ö1 Journal um acht


08.20 Uhr

 

 

Pasticcio

mit Gerhard Krammer. Als Wolfang Amadeus Mozart "Ascanio in Alba" zum ersten Mal hört ist er 15 Jahre, als Franz Liszt seine Oper "Don Sanche" zum ersten Mal sieht ist er knapp 14 Jahre alt. Und Bobby Fischer zählte gerade 13 Jahre, als er gegen Donald Byrne die "Partie des Jahrhunderts" spielte. Die Jugend nimmt Platz in den Wagons, die von Arthur Honegger virtuos gesteuert werden. Schach-, Um- und andere Züge, eine Kepler'sche Supernova: ein Wunder-voller Tag!


08.55 Uhr

 

 

Vom Leben der Natur

Zugvogel und Luftkünstler. Der Ornithologe Norbert Teufelbauer über den Europäischen Kranich. Teil 2: Trompeten und Mausern Gestaltung: Jakob Fessler Mit seinen langen Beinen und dem schlanken Hals ist der Europäische Kranich über einen Meter groß. Bei Kranichen ist die Luftröhre verlängert und führt durch das Brustbein. Dadurch sind sie in der Lage, sehr laute, trompetenähnliche Rufe auszustoßen. Viele Kraniche bleiben ein Leben lang beisammen. Jedes Frühjahr beeindrucken die Männchen in der Balz durch ihren Prahlmarsch. Der Europäische Kranich brütet im Nordosten Europas. An Sammelplätzen kommen die Kraniche zusammen. Feuchte Gebiete wie Verlandungszonen und Moore sind für die Brut notwendig. Umringt von Wasser ist das Nest vor Fressfeinden wie Füchsen geschützt. Jedes Paar legt in der Regel ein bis zwei Eier. Im Winter gibt es im Norden für den Kranich kaum Nahrung und keine sicheren Schlafplätze, weshalb er in den Süden zieht. In Frankreich, Spanien und Nordafrika befinden sich ihre Winterquartiere. Kraniche sind ausdauernde Flieger und können mehrere Stunden am Stück unterwegs sein. Sie ziehen oft in größeren Gruppen, die keilförmige Formationen annehmen können. Das Ausbreitungsgebiet des Kranichs lässt sich durch die zahlreichen Vogelbeobachtungen sehr gut beschreiben. Über Österreich ziehen die Zugvögel im Frühjahr und Herbst. Der Kranich breitet sich weiter aus: War eine Kranichbeobachtung früher hierzulande eine Seltenheit, gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, Kraniche zu sehen.


09.00 Uhr

 

 

Nachrichten


09.05 Uhr

 

 

Radiokolleg - Weißer Fleck in Europa

Weißrusslands unsicherer Kurs zwischen Ost und West (2). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Republik Belarus nennt sich das Land zwischen Polen und Russland, wobei der Ursprung des Namens bis heute nicht eindeutig geklärt ist. Im Deutschen spricht man von Weißrussland, auch hier bevorzugen Expert/innen aber immer häufiger den Begriff Belarus, um eine klare Abgrenzung zum östlichen Nachbarn zu ziehen. Zugleich dient das "Weiß" weiterhin für zahlreiche Metaphern. Denn Weißrussland gilt als der weiße Fleck auf der Landkarte Europas, bis heute ist es für die meisten Europäer eine "Terra Incognita" geblieben. Es handelt sich um eine Region, in der sich erst sehr spät ein Nationalbewusstsein im modernen Sinn entwickelte und die - von einem kurzen, bald gescheiterten Versuch Anfang des 20. Jahrhunderts abgesehen - erst mit dem Zerfall der Sowjetunion ihre staatliche Unabhängigkeit erlangte. Historiker/innen sprechen von einer Geschichte tragischer Risse und Brüche. Lange gehörte die Region zum großen polnisch-litauischen Reich, dann zum russischen Reich, später zur UdSSR. Als Hitler-Deutschland zunächst Polen und dann die Sowjetunion überfiel, kam es zur schlimmsten Tragödie. Im Holocaust wurde eine Jahrhunderte alte, überaus reiche jüdische Kultur vernichtet. Die Aufarbeitung ist erst in den vergangenen Jahren mühsam in Gang gekommen. In zahlreichen weißrussischen Städten, wo einst mehr als 50 Prozent der Bewohner/innen Juden waren, muss man heute gezielt suchen, um noch Spuren dieser brutal ausgelöschten Welt zu entdecken. Die Last der Geschichte nennen Expert/innen als einen möglichen Grund dafür, dass die Mehrheit der Weißrussen bis heute scheinbar widerspruchslos den autokratischen Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka akzeptiert, den "letzten Diktator Europas", wie er im Westen genannt wird. Aber auch die Sorge vor den Folgen einer Revolution wie in der Ukraine spielt eine Rolle. Weißrussland unterhält zwar enge Beziehungen zu Moskau, seit der Eskalation des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland versucht Lukaschenka allerdings einen unabhängigeren Kurs zu steuern und sich als Vermittler zwischen Moskau und Kiew zu etablieren. Von einer Multivektor-Politik ist offiziell die Rede, man will mit allen Nachbarn, und mit Moskau ebenso wie mit Brüssel, einen möglichst ausgeglichenen Kurs fahren. Junge, gebildete Weißrussen blicken freilich oft nach Westeuropa und suchen dort ihr Glück. Dabei hat ihr Land durchaus Potenzial, wie die rasante Entwicklung des IT-Sektors in den vergangenen Jahren belegt. Hier, meinen erfolgreiche Vertreter der IT-Branche, könne man im positiven Sinne aus dem sowjetischen Erbe schöpfen - nämlich aus den hohen technischen und naturwissenschaftlichen Bildungsstandards, die Weißrussland bewahrt und weiterentwickelt habe.


09.30 Uhr

 

 

Radiokolleg - Datenpunkte im Informationszeitalter

1918, 1968, 1971, 1947 (2). Gestaltung: Julia Gindl und Sarah Kriesche Die Radiokollegreihe "Datenpunkte im Informationszeitalter" rollt anhand von Ereignissen und Momenten der Technikgeschichte die Entwicklung der Informationsgesellschaft im 20. Jahrhunderts auf. Jahreszahlen dienen als Ausgangspunkt für Beiträge über neue Ideen, Thesen, Erfindungen und Arbeiten. Ihnen gemeinsam ist, dass sie in der Vergangenheit Grundsteine für die Zukunft legten, auf die unsere Gegenwart im 21. Jahrhundert aufbaut. *1968 Whole Earth Catalog* Wie würde eine Suchmaschine in Buchform aussehen? Vielleicht wie ein Katalog, wie der "Whole Earth Catalog", der 1968 erstmals erschienen ist. "Die richtige Information am richtigen Platz kann dein Leben verändern", schrieb der kalifornische Aktivist und Herausgeber Stewart Brand einst in einer Beilage um den "Whole Earth Catalog" zu beschreiben. Apple-Gründer Steve Jobs bezeichnete den Katalog als einen Vorläufer von Online-Suchmaschinen : neben Artikeln und Essays konnten da private Hersteller ihre selbstgemachten Produkte anpreisen und Tipps geben, wie man einen Kamin baut oder wie Solartechnik funktioniert. Der Mix aus Bestellkatalog, Do it Yourself-Anleitungen und Gegenkultur-Magazin führte technische Innovationen mit Zeitgeist zusammen.


09.45 Uhr

 

 

Radiokolleg - Das Schlagzeug als Antriebsmaschine der Musik

Von der Marschtrommel zum Drumset (2). Gestaltung: Lukas Tremetsberger Das Schlagzeug verdankt die Musikwelt einem Verbot. Mit den "No Drumming Laws" wurde es Afroamerikanern in den USA bis Mitte des 19. Jahrhunderts untersagt, ihre traditionellen Trommeln - Werkzeuge der Revolte - zu spielen. Man wich auf orientalische Trommeln, Becken und auch auf den eigenen Körper aus, spielte mit beiden Händen und Füßen. Wurden in Marching Bands die einzelnen Schlaginstrumente - Kleine Trommel, Große Trommel, diverse Becken - einzeln von mehreren Musikern gespielt, kombiniert ein Drumset diese Instrumente. Das gelang durch die Entwicklung des Pedals, einer Innovation, mit dem Musiker die am Boden liegende große Basstrommel mit dem Fuß spielen konnten. Man hatte nun die Hände frei für Snare Drum, andere kleine und große Trommeln und viele Becken. Im Jahr 1918 brachte die Firma Ludwig aus Chicago das erste Drumset auf den Markt. Damit konnte ein Musiker allein alles spielen. Das Schlagzeug kann seine Gestalt anpassen, wie kaum ein anderes Musikinstrument. Universell einsetzbar, von minimalistischer Ausführung in Jazz-Formationen bis zu pompösen Maschinen der Rock-Bands, die zusammengestellt aus unzähligen Trommeln und Becken den optischen und rhythmischen Schwerpunkt bilden. Am Schlagzeug lässt sich die Musikgeschichte der vergangenen 100 Jahre verfolgen.


09.57 Uhr

 

 

Ö1 heute


10.00 Uhr

 

 

Nachrichten


10.05 Uhr

 

 

Anklang

Der Opernkomponist Charles Gounod. Gestaltung: Michael Blees Mit "Faust" und "Roméo et Juliette" hat er vielgespielte Meisterwerke der romantischen französischen Oper geschaffen: Charles Gounod. Im Juni 1818, vor 200 Jahren ist er in Paris auf die Welt gekommen, vor 125 Jahren, im Oktober 1893, ist er in Saint-Cloud verstorben. 1851 ist mit "Sapho" sein Opernerstling über die Bühne gegangen, 30 Jahre später ist sein letztes Bühnenwerk, die Oper "Le tribut de Zamora" zur Uraufführung gekommen, zwei Werke, die wie viele andere Bühnenkompositionen von Gounod, weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Dank Einzelaufnahmen bedeutender Sänger der Vergangenheit werden wir aber auch an dieses weniger präsente Schaffen eines der großen französischen Opernkomponisten abseits seiner beiden Meisterwerke erinnern.


11.00 Uhr

 

 

Nachrichten


11.05 Uhr

 

 

Radiogeschichten

Nebenan Weißrussland: "Die Elster auf dem Galgen" von Alherd Bacharewitsch. Aus dem Weißrussischen von Thomas Weiler. Es liest Alexander Strömer. Gestaltung: Friederike Raderer Man übersieht sie leicht. Dabei sitzt die Elster im Bild Pieter Bruegels d. Ä. genau im Mittelpunkt, auf dem Galgen. Detail- und anspielungsreich wie die Arbeiten Bruegels ist auch der gleichnamige Roman, der von der jungen, naiven Weißrussin Vieranika handelt und davon wie aus dem unschuldigen Kind die loyale Mitarbeiterin des staatlichen Sicherheitsdienstes wird. Erzählt wird er von Vieranikas Freund, der sie und das Land enttäuscht verlässt, um fortan von seinem Exil aus das Geschehen in Worte zu fassen. Alherd Bacharewitsch, geboren 1975 in Minsk, Philologie- und Pädagogikstudium, mehrere Erzählbände und Romane (Verdammte Hauptstadtgäste, Die Elster auf dem Galgen, Das kalte Herz) in unabhängigen Minsker Verlagen, auch Übersetzungen deutscher Literatur (Hans Magnus Enzensberger, Jan Wagner, Kathrin Schmidt u.a.), Mitglied im oppositionellen Schriftstellerverband, Stipendien des Internationalen Hauses der Autoren Graz, des Literarischen Colloquiums Berlin, der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte und des P.E.N.-Zentrums Deutschland, Auszeichnungen: Hliniany Viales-Literaturpreis, Alherd Bacharewitsch lebt in Hamburg.


11.25 Uhr

 

 

Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11.30 Uhr

 

 

Des Cis

mit Nadja Kayali. Eine Premiere in der österreichischen Kammermusikszene: Das Vienna Reed Quintet kombiniert Einfach- und Doppeltrohrblattinstrumente - anders als im klassischen Bläserquintett üblich. Es überzeugt mit einem gleichermaßen homogenen wie vielschichtigen Klang - doch welche Instrumente stecken dahinter? Noch eine "Premiere" im Bestehen des Quintetts stellt dessen Debüt-CD dar: Von Jean Philippe Rameau über Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zu Maurice Ravel spannen die Ensemblemitglieder nicht nur einen Bogen, viel eher schließt sich hier ein Kreis: Rameaus Suite "La Triomphante" steht gewissermaßen in der Nachfolge von Francois Couperin, dem wiederum Ravels Hommage "Le Tombeau de Couperin" gilt.


11.57 Uhr

 

 

Ö1 heute


12.00 Uhr

 

 

Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13.00 Uhr

 

 

Punkt eins


13.55 Uhr

 

 

Wissen aktuell


14.00 Uhr

 

 

Nachrichten


14.05 Uhr

 

 

Das Ö1 Konzert

Schwedinnen - Komponistinnen (I). Zwei Ö1 Konzerte mit Kammermusik und Lied, Tänzen und Klaviersolo-Werken. Gestaltung: Irene Suchy Sie eröffnete das Frauenprogramm der Weltausstellung in Chicago: Die Liszt-Schülerin Ingeborg von Bronsart, zu deren Salon-Publikum Joseph Joachim oder Hans von Bülow gehörten. Aus dem reichen ?uvre der Opern-, Lied- und Kammermusik-Komponistin erklingt eine Romanze. Schwedische Weisen und Tänze der Geigerin und Komponistin Amanda Maier-Röntgen und ihres Mannes Julius sind zu hören. Dazu kommen eine Violin-Klavier-Sonate der Niels-Gade-Schülerin Valborg Aulin und ihre "Albumblätter". Sie sind echte Entdeckungen für das Publikum, denn sie kommen direkt aus dem Autograph ins Konzertprogramm.


15.30 Uhr

 

 

Moment

Instanz im Erdgeschoß Der abgeschaffte Berufsstand des Hausmeisters wird neu definiert Der Hausmeister war für viele eine Respektsperson, die Dienstwohnung - meist im Erdgeschoß - diente als Kommunikationsdrehscheibe und Anlaufpunkt für Hausbewohner. Seit der Abschaffung des Hausbesorgergesetzes im Jahr 2000 werden bundesweit keine neuen Stellen mehr besetzt. Die Reinigung übernahmen Putzfirmen. Weil aber vielen Mietern die "gute Seele" im Haus fehlt, kommt der Berufsstand zu neuen Ehren - etwa in Form der Hausbetreuer mit fixen Anwesenheitszeiten. Oder - im gehobenen Preissegment - in Gestalt des Concierge. Nach der Sendung sind die Reaktionen der Hörerinnen und Hörer gefragt unter 0800 226979 oder moment@orf.at Gestaltung: Bea Sommersguter


15.55 Uhr

 

 

Rudi! Der rasende Radiohund

Johanna und ihre Verwandtschaft in Süd- und Osttirol Rudi hat hohen Besuch im Studio: Johanna schnuppert Radioluft im Funkhaus und hat gleich vor dem Mikro Platz genommen. Die Wiener Schülerin verbringt regelmäßig viele Stunden im Auto und hört dabei gerne Radio. Johannas Verwandte wohnen nämlich in Osttirol und in Südtirol, das zu Italien gehört. Sie erzählt Rudi von ihren Ferien in den Alpen - und von viel gutem Essen. Johanna: "Unsere italienische Oma, also die Nonna, gibt uns immer Olivenöl mit, wenn wir zurück nach Wien fahren. Und in dem Ort in Südtirol, wo mein Papa herkommt, gibt es eine Käserei die Parmesan macht. Der ist einfach der Allerbeste und da nehmen wir auch immer ganz viel mit." Gestaltung: Johanna Steiner


16.00 Uhr

 

 

Nachrichten


16.05 Uhr

 

 

Tonspuren

"Einer, der nicht hassen konnte". Karl Farkas auf der Flucht. Feature von Claudia Gschweitl Als einer der bedeutendsten österreichischen Kabarettisten ist Karl Farkas bis heute einer breiten Öffentlichkeit im Gedächtnis geblieben ist. Wenig bekannt ist allerdings die Geschichte seiner Flucht und Emigration in die USA. Bis 1938 ist Farkas ein gut verdienender, gefragter Schauspieler. Am Abend des 10. März findet im Simpl seine letzte gemeinsame Vorstellung mit Fritz Grünbaum statt, der wenige Monate später ins KZ Buchenwald deportiert werden soll. Farkas flüchtet zunächst in die Tschechoslowakei und wähnt sich dort in Sicherheit. Seine Ehefrau Anny erkennt jedoch den Ernst der Lage und veranlasst, dass er in Prag ein Flugzeug nach Paris besteigt. Um sich und ihren gemeinsamen behinderten Sohn zu schützen, lässt sie sich offiziell von ihm scheiden. Mit Ausbruch des 2. Weltkriegs wird Farkas in Frankreich zum "feindlichen Ausländer" und für einige Monate in ein Arbeitslager gebracht. Danach versucht er ohne Ausreisegenehmigung illegal über die Grenze nach Spanien zu gelangen, fällt jedoch vermutlich der Fremdenpolizei in die Hände und wird abermals interniert. Im Dezember 1940 gelingt ihm die Flucht, er überquert zu Fuß die Pyrenäen. In Lissabon steigt er schließlich in die SS Magallanes und erreicht über Kuba New York. In Amerika muss er ohne Geld, ohne Aufenthalts- und ohne Arbeitsgenehmigung wieder Fuß fassen. Später schildert Farkas in Gedichten die Stationen seiner Flucht. Mit seiner Frau hat er in all der Zeit nur brieflichen Kontakt. Nach seiner Rückkehr 1946 heiraten die beiden erneut. Das Literaturarchiv Niederösterreich arbeitete Farkas' Nachlass auf und zeigte im November 2015 die Ausstellung "Karl Farkas. Einer, der nicht hassen konnte" in der Landesbibliothek. Anhand der Gedichte, Briefe und anderer dazugehöriger Dokumente wurde die grausame Vertreibung des "Dichter-Refugees", wie er sich selbst einmal nennt, erlebbar.


16.45 Uhr

 

 

Heimspiel


16.55 Uhr

 

 

Digital.Leben


17.00 Uhr

 

 

Ö1 Journal um fünf


17.09 Uhr

 

 

Kulturjournal


17.25 Uhr

 

 

Hundert Häuser

1966 - Südstadt


17.30 Uhr

 

 

Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. Aktuelle Alben von Marta Gómez und der Officina Zoè Welche Gäste kommen, hängt davon ab, wer einlädt: Die kolumbianische Sängerin Marta Gómez brauchte wahrscheinlich nicht lange zu warten, bis ihre Party voll war, und so geben sich auf Gomez´ aktuellem Album "la alegria y el canto" hochkarätige Ensembles wie das C4-Trio aus Venezuela oder der Schlagwerker Hugo Candelario ein Stelldichein. Im Falle der neapolitanischen Officina Zoé wiederum gilt: Schätze aus der Bandgeschichte ergeben einen imponierenden Katalog der Kollaborationen, mit der samischen Sängerin Mari Boine Persen aus Norwegen oder den kehligen Vokalisten Hosoo Transmongolia. Das Doppel-Album "incontri - live" vereint damit Aufnahmen der letzten 20 Jahre der Officina, die bereits unter den Pionier-Bands der aufkeimenden World-Music-Szene der frühen 1990er-Jahre zu finden war.


17.55 Uhr

 

 

Betrifft: Geschichte

Die Geschichte Weißrusslands und seine gegenwärtige Gratwanderung zwischen Ost und West. Gestaltung: Hanna Ronzheimer Ab dem Mittelalter war das heutige Weißrussland Teil des litauisch-polnischen Großreichs, am Ende des 18. Jahrhunderts stand es dann zum Teil schon unter russischer Herrschaft. Mit der Gründung der Sowjetunion 1922 wurde der östliche Teil von Weißrussland dann zur sowjetischen Unionsrepublik, die auch ihre eigene Sprache beibehalten durfte. Der westliche Teil blieb bis 1939 unter polnischer Herrschaft. Erst danach wurde auch der westliche Teil in die Weißrussische sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert. Erste Unabhängigkeitsbestrebungen kamen ab den 1980er Jahren auf. Doch ein eigenständiges Land ist Weißrussland erst seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 - wenn man von einem kurzen Zwischenspiel im Jahr 1918 absieht, als nach dem Einmarsch der Deutschen in Minsk für einige Monate eine nominell unabhängige Weißrussische Volksrepublik bestand. Seit 1994 wird Weißrussland von Präsident Aleksander Lukaschenko regiert, der vor allem für seine autoritäre Regierungshandschrift bekannt ist. "Der letzte Diktator Europas", so sein oft zitierter Beiname, hält Kritiker brutal in Schach, kontrolliert die Medien und manipuliert Wahlen zu seinen Gunsten - so lautete jedenfalls auch bei der letzten Wahl im Jahr 2016 der Vorwurf, bei der zumindest zwei oppositionelle Abgeordnete ins Parlament einziehen konnten.


18.00 Uhr

 

 

Ö1 Abendjournal


18.25 Uhr

 

 

Journal-Panorama

Reportage von den Ufern des ostafrikanischen Victoria-Sees Gestaltung: Simone Schlindwein China hat angekündigt, mit weiteren Milliarden in Form von Krediten Afrikas Infrastruktur aufzubauen; schon jetzt ist die Volksrepublik für etliche afrikanische Länder der größte Handelspartner und investiert auf dem Kontinent. Doch der Boom in Afrika hat schwerwiegende Konsequenzen für die Umwelt. Ob für den Bau von Häusern, Brücken, Staudämmen oder Straßen - überall wo Zement, Beton oder Asphalt verarbeitet werden, ist als Hauptbestandteil Sand drin. Doch die weltweiten Sandvorkommen werden bereits knapp. In Afrika baggern jetzt chinesische Baufirmen den Victoria-See aus, um Sand zu gewinnen. Diese Baggerarbeiten haben schlimme Folgen für das empfindliche Ökosystem des größten Sees der Welt.


18.55 Uhr

 

 

Religion aktuell


19.00 Uhr

 

 

Nachrichten


19.05 Uhr

 

 

Dimensionen

Zum 100. Geburtstag des französischen Philosophen Louis Althusser Von Nikolaus Halmer Louis Althusser war ein wesentlicher Repräsentant des französischen Strukturalismus, den er mit dem Marxismus verband. Die Formung des Individuums durch die Staatsmacht stand im Zentrum seines Denkens. Er analysierte die Abhängigkeit des Einzelnen von den ökonomischen und ideologischen Strukturen im kapitalistischen System. Institutionen wie Schule, Kirche oder Familie - die sogenannten "ideologischen Staatsapparate" - konstituieren die Identität der Individuen. Die Menschen, die die vorgegebenen Normen und Werte internalisieren, erliegen der Illusion, sie selbst geschaffen zu haben und engagieren sich dafür. Das Subjekt ist also nichts Ursprüngliches, sondern das Resultat unterschiedlicher ideologischer Formationen. Ein Untertan, der glaubt, freiwillig zu handeln und reibungslos funktioniert, "ohne dass er einen Gendarmen um sich hat". Ein Ausbrechen aus diesen totalitären Strukturen schien Althusser unmöglich.


19.30 Uhr

 

 

Das Ö1 Konzert

ORF Radio-Symphonieorchester, Dirigent: Lorenzo Viotti; Khatia Buniatishvili, Klavier; Gvantsa Buniatishvili, Klavier. Sergej Prokofjew: "Die Liebe zu den drei Orangen", Suite op. 33a * Francis Poulenc: Konzert für zwei Klaviere und Orchester d-Moll * Erich Wolfgang Korngold: Sinfonietta für großes Orchester op. 5 (aufgenommen am 11. Oktober im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1 Surround Sound). Präsentation: Eva Teimel Klassische Verführung mit Teresa Vogl und Christoph Becher über Prokofjews "Die Liebe zu den drei Orangen" und Korngolds Sinfonietta (aufgenommen am 9. Oktober im ORF RadioKulturhaus in Wien) Wie formiert sich die persönliche Sprache eines Musikschaffenden? Im Falle Erich Wolfgang Korngolds geschah dies in frühester Kindheit. 1912, mit nur 15 Jahren, schuf er seine Sinfonietta in H-Dur - und es war dies nicht einmal das erste große Orchesterwerk, das der Sprössling aus dem Ärmel schoss. Die Bezeichnung "Sinfonietta" darf als Untertreibung gelten, handelt es sich hierbei doch um eine voll ausgeformte Symphonie. Mit der reichen Orchestrierung, der opulenten, leicht dissonant eingefärbten Harmonik und der ausladenden Melodik findet der 15-Jährige bereits eine ganz eigene Stimme, die in vielen späteren Werken wiederkehren soll. Auf dem Weg zu einer eigenen Stimme befand sich auch Francis Poulenc. Von der "dunstigen" Scheinreligiosität und Schwere der Spätromantik sich distanzierend, schuf Poulenc mit der Hinwendung zu einem klareren Stil eine Musiksprache, die sich auch in seinem 1932 entstandenen Konzert für zwei Klaviere und Orchester widerspiegelt. Anklänge an das französische Variété verbinden sich hier mit der Klarheit der Mozartschen Klassik und der Exotik balinesischer Musiktraditionen. Und schließlich Sergej Prokofjew, der mit seiner beißend und gleichzeitig amüsanten Musik zur Oper "Die Liebe zu den drei Orangen" einen stilistischen Kompromiss zwischen der "Symphonie Classique" und dem später vollendeten Ballett "Le chout" fand. (Eva Teimel)


21.55 Uhr

 

 

Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.



22.00 Uhr

 

 

Ö1 Nachtjournal


22.08 Uhr

 

 

Radiokolleg

Weißer Fleck in Europa. Weißrusslands unsicherer Kurs zwischen Ost und West (2). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Datenpunkte im Informationszeitalter. 1918, 1968, 1971, 1947 (2). Gestaltung: Julia Gindl und Sarah Kriesche Von der Marschtrommel zum Drumset. Das Schlagzeug als Antriebsmaschine der Musik (2). Gestaltung: Lukas Tremetsberger


23.00 Uhr

 

 

Nachrichten


23.03 Uhr

 

 

Zeit-Ton

Weißrusslands Musiker/innen auf der Suche nach einem neuen Aufbruch. Gestaltung: Rainer Elstner Der Zusammenbruch des Sowjet-Imperiums, die Staatsgründung 1991 und die Machtübernahme durch Alexander Lukaschenko waren einschneidende Ereignisse für die klassische zeitgenössische Musik Weißrusslands. Die postsowjetische Aufbruchsstimmung wich schnell großer Enttäuschung, denn Neue Musik wird bis heute von Regierungsseite kaum gefördert. Vom sowjetischen System der breiten Unterstützung zeitgenössischer Musik sind nur Rudimente übrig geblieben - etwa der vorweihnachtliche Partiturenkauf für das Archiv der Nationalbibliothek. Die erworbenen Manuskripte verschwinden unaufgeführt im Archiv. Neue Musik lebendig zu halten, scheint kein offizielles Anliegen zu sein. So liegt es an einzelnen Initiativen, das Publikum an heutige Musiksprachen heranzuführen. Dazu gehört das Festival KINEMO in Minsk, das neue Kompositionen zu historischen Stummfilmen in Auftrag gibt und damit das einzige bedeutende Festival für zeitgenössische Klassik in Weißrussland geworden ist. Der Brain drain in dieser Kunstsparte ist groß. So lebt die international erfolgreiche weißrussische Komponistin Oxana Omelchuk in Deutschland. Komponierende, die sich entscheiden, im Land zu bleiben, müssen sich andere Betätigungsfelder suchen, um ein finanzielles Auslangen zu finden: sei es als Professoren am Konservatorium, mit Musik für die lebendige Theaterszene oder - wie im Falle des Komponisten und Schachgroßmeisters Dmitry Lybin - als äußerst erfolgreicher Schachtrainer. Trotz aller Widrigkeiten ist in der jungen Neue-Musik-Szene Aufbruchsstimmung zu spüren - Musiker wie der Dirigent Alexander Humala, der Komponist Kanstantsin Yaskou oder die Komponistinnen Elena Gutina und Olga Podgajskaja haben im europäischen Ausland studiert und versuchen nun, ihre internationalen Erfahrungen für musikalische Projekte in ihrer Heimat zu nutzen. Blickt man bewusst auf den vermeintlich "weißen Fleck" auf der kulturellen Landkarte Europas, wirkt Weißrussland sehr schnell sehr bunt.


00.00 Uhr

 

 

Nachrichten


00.05 Uhr

 

 

Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01.00 Uhr

 

 

Nachrichten


01.03 Uhr

 

 

Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Aimie Rehburg Musikauswahl: Friederike Raderer dazw. 03:00 Uhr Nachrichten