Ö1

Radiokolleg - Adrenalin

Adrenalin-KickWenn Alarmbereitschaft zum Dauerzustand wird (4). Gestaltung: Johannes Gelich Es ist eines der wichtigsten Hormone, die das Überleben des Menschen im Stresszustand garantieren: Adrenalin. Durch seine Freisetzung wird die sogenannte Kampf-oder-Flucht-Reaktion ausgelöst, die den Körper in allerhöchste Alarmbereitschaft versetzt: es kommt zu einem Anstieg der Sauerstoffaufnahme, der Herzfrequenz, des Blutdrucks sowie des Blutzuckerspiegels. Der Körper leitet energiereiches Blut ins Gehirn und in die Muskeln, weniger wichtige Organe wie der Darm oder die Nieren werden lahm gelegt. Die erhöhte Kampfbereitschaft des Körpers geht mit dem Gefühl einher, geradezu übermenschliche Kräfte zu besitzen. So verwundert es nicht, dass viele Menschen den sogenannten Adrenalin-Kick aktiv suchen, der mit der Ausschüttung von Endorphinen einhergeht, die in einen lustvollen Rauschzustand versetzen. Extremsportarten wie Bungee-Jumping, Klippen- oder Fallschirmspringen sind in den letzten Jahrzehnten deswegen immer mehr in Mode gekommen. Doch was verbirgt sich hinter der rastlosen Jagd nach dem ultimativen Adrenalin-Kick in einer Zeit, in der die unmittelbare Bedrohung durch wilde Tiere oder Kampfhandlungen größtenteils überwunden ist? Auch wenn die akute Gefahr im Laufe der Evolution verschwand, lebt der Tiger in Form eines unberechenbaren Chefs, der Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes oder eines existenzbedrohenden Ohnmachtsgefühles weiter. Die Folge ist ein anhaltender, niederschwelliger Dauerstress, dem der Körper mit der permanenten Ausschüttung von zu viel Adrenalin begegnet. War diese Totalmobilisierung des Körpers ursprünglich nur für kurze Dauer gedacht, droht in Zeiten der permanenten Stressbelastung eine sogenannte Adrenalin-Dominanz. Die körperlichen Folgeerscheinungen können dramatisch sein: Darmerkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Burn-Out und Erschöpfungszustände sind nur einige der Symptome für eine Gesellschaft im andauernden Kampfmodus. Doch auch in politischer Hinsicht befindet sich die Gesellschaft in erhöhter Alarmbereitschaft auf Basis eines permanenten Bedrohungsszenarios: Ob Klimakatastrophen, Terrorismus oder Finanzkrisen. Von medialem Dauerbeschuss aufgehetzt fühlt sich der Mensch zunehmend in die Enge getrieben, reagiert mit Dauerempörung und mutiert zum kampfbereiten Wutbürger. Mehr Gelassenheit und Selbstbesinnung könnte bei all diesem Adrenalin-Überschuss nicht schaden.
Donnerstag 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

Arbeit und Pause Flexibel im Beruf Ungezwungen überarbeitet? Pause machen Leerlauf mit Sinn Das Kalenderblatt 17.1.1932 Albert Einstein gibt ein Konzert zugunsten deutsch-jüdischer Wissenschaftler Von Xaver Frühbeis Flexibel im Beruf - Ungezwungen überarbeitet? Autor: Lukas Grasberger / Regie: Am Urlaubsstrand mal eben eine E-Mail beantworten, eine abendliche Skype-Konferenz mit den Kollegen aus Übersee vom Wohnzimmer aus absolvieren: Dank der Digitalisierung ist dies möglich - und wird Beschäftigten auch zunehmend abverlangt. Flexibilität ist zum Schlüsselbegriff der modernen Arbeitswelt geworden. Oft gibt die Führungsebene ihren Mitarbeitern nur noch ein Ziel vor. Wo, wann und wieviel diese dafür arbeiten, ist nicht selten nicht von Bedeutung. Arbeitgeber und Politiker heben gern die Vorteile der orts- und zeitunabhängigen Arbeit hervor: Familien- und Berufsleben seien dadurch besser vereinbar. Die Freiwilligkeit kann indes schnell zum Problem werden. Etliche digitale Dienstleistungsunternehmen setzen statt auf feste Jobs auf freie Mitarbeiter. Wirklich flexibel sind diese oft nur auf dem Papier: Damit das Geld zum Überleben reicht, können sich die "digitalen Tagelöhner" kaum leisten, Aufträge abzulehnen. Pause machen - Leerlauf mit Sinn Autorin: Kirsten Zesewitz / Regie: Die Pause ist eine ganz besondere Zeit. Eine Zeit dazwischen. Die Pause ist eine Art Zäsur, sie trennt Phasen der Arbeit, des Tuns und Schaffens voneinander. Pause bedeutet Rast, Ruhe. Wie diese Pause gestaltet wird und wann es überhaupt Pausen gibt, war in den letzten Jahrhunderten sehr unterschiedlich. Noch in der Frühindustrialisierung machten die Arbeiter meistens Pause, wenn es irgendwie passte - erst später mussten sich die Arbeiter einem vorgegebenen Takt unterwerfen. Und mit der zunehmenden Fließbandarbeit wurde es zum Beispiel immer wichtiger, wo sich die Toiletten befinden - ein zu weiter Weg bedeutete eine zu lange Pause.... Moderation: Yvonne Maier Redaktion: Nicole Ruchlak
Donnerstag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Eine Ikone des Aufbegehrens

Rosa Luxemburg und der Kampf um eine gerechte Gesellschaft (1). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Am 15. Jänner 1919 wurde Rosa Luxemburg, unorthodoxe Marxistin und Mitbegründerin des "Spartakusbunds" sowie der KPD, zusammen mit ihrem Mitkämpfer Karl Liebknecht in der Wohnung eines Berliner Freundes von Angehörigen einer rechtsextremen "Bürgerwehr" verhaftet. Noch am selben Tag, kurz nach der Niederschlagung des Spartakusaufstands, brachte man die prominenten Gefangenen in das "Eden-Hotel" am Kurfürstendamm, wo sie von Angehörigen eines konterrevolutionären Freikorps verhört wurden. Dann beschloss der Freikorps-Kommandant Waldemar Pabst zusammen mit seinen Offizieren, die beiden KPD-Führer zu ermorden. Beim Verlassen des Hotels wurde Rosa Luxemburg mit Gewehrkolbenhieben bewusstlos geschlagen, man warf ihren Körper in einen bereitgestellten Wagen, wo ein Freikorps-Angehöriger sie mit einem aufgesetzten Schläfenschuss ermordete. Den Leichnam der charismatischen Revolutionärin versenkten die Mörder in den Fluten des Berliner Landwehrkanals. So endete das Leben einer der faszinierendsten Frauen in der Geschichte der europäischen Arbeiterbewegung. "Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden", hatte Rosa Luxemburg postuliert, die sich in ihren theoretischen Schriften und ihrem Handeln zeitlebens als radikale Humanistin verstand. Bis heute wird die polnisch-deutsche Revolutionärin, geboren 1871 in der Stadt Zamosc in der Nähe der polnisch-ukrainischen Grenze, von Linken und Progressiven in aller Welt als Ikone des Aufbegehrens, als "Mutter Courage der Revolution" verehrt. "Sieh, dass Du Mensch bleibst", hat die "rote Rosa" 1916 aus dem Gefängnis an die Berliner SPD-Abgeordnete Mathilde Wurm geschrieben: "Mensch sein ist vor allem die Hauptsache. Und das heißt: fest und klar und heiter sein, ja, heiter trotz alledem und alledem, denn das Heulen ist Geschäft der Schwäche". Für die Philosophin Hannah Arendt war Rosa Luxemburg in ihrer empathischen Haltung der Welt gegenüber vorbildlich: "Für Rosa Luxemburg war die Welt von großer Wichtigkeit", konstatierte Arendt, "und sie interessierte sich überhaupt nicht für sich selbst... Sie konnte sich mit der Ungerechtigkeit in der Welt nicht abfinden". Inwieweit kann die antiautoritäre Sozialistin Rosa Luxemburg, die den Leninschen Totalitarismus scharf kritisiert hat, in einer zunehmend autoritärer werdenden Welt Vorbild und Inspirationsquelle sein? Dieser Frage geht dieses "Radiokolleg" nach.
Donnerstag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Das Leben - Kein Irrtum

friedrich nietzscheFriedrich Nietzsche und die Musik (4). Gestaltung: Eva Teimel Der Tod Gottes, der Wille zur Macht, die ewige Wiederkehr des Gleichen - um diese Themen kreisen die zentralen Gedanken Friedrich Nietzsches. In der Philosophie des deutschen Denkers spielt jedoch ein weiteres Element eine tragende Rolle, nämlich die Musik. "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" - Diesen Satz formuliert Nietzsche in seiner "Götzendämmerung". Es ist eine Aussage, die in der Tat stellvertretend für die Relevanz und den Wert steht, den die Musik im eigenen Leben und Denken des Philosophen einnimmt. Allen voran ist es die Musik Richard Wagners, die besonders den jungen Nietzsche nicht nur begeisterte, sondern in der er das Ideal seines eigenen Denkens wiedererkannte: die Vereinigung des Apollinischen und des Dionysischen, die Einheit von Traum und Rausch. Wagner wurde für Nietzsche nicht nur zur Leitfigur seiner Ideale, sondern auch zum väterlichen Freund. Ein Freund, mit dem er in späteren Jahren brechen sollte, um sich - weg von der Schwere und der christlichen Erlösungsmetaphysik des Wagnerschen Dramas - hin zur Leichtigkeit der französischen Musik etwa eines Georges Bizets zu wenden. Die Musik als Nährboden des Seins entfaltet sich bei Nietzsche jedoch nicht ausschließlich im Theoretischen. Der Denker war selbst auch Musiker, und er hinterließ eine gar nicht so kleine Anzahl an Liedern und Klavierkompositionen. Selbst an einem Weihnachtsoratorium versuchte sich der Philosoph, der später Gott für tot erklären sollte, in jungen Jahren. Mit seinen Kompositionen ist Nietzsche vielleicht nicht in die Geschichte eingegangen. Seine Musikalität und seine Liebe zu Klängen, Rhythmen und musikalischen Formen manifestieren sich jedoch in seinem Denken, und letztlich vor allem in seiner Sprache.
Donnerstag 09:45 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

glückWissenschaft und Emotion Glück beginnt im Kopf Erkenntnisse der Neurobiologie Lachen Kein Witz der Evolution Das Kalenderblatt 17.1.1932 Albert Einstein gibt ein Konzert zugunsten deutsch-jüdischer Wissenschaftler Von Xaver Frühbeis Glück beginnt im Kopf - Erkenntnisse der Neurobiologie Autorin: Inga Pflug / Regie: Ein bisschen Dopamin um die Vorfreude zu steigern, ein paar Endorphine als "natürliches Opium" und ein Schuss Serotonin für die Psyche - und schon ist der körpereigene Cocktail für unser persönliches Glück gemixt, wir könnten glücklich sein: Glück beginnt im Kopf, das steht für Hirnforscher inzwischen fest. Neurologisch betrachtet sind Neurotransmitter in unserem Gehirn dafür verantwortlich, dass uns Glücksgefühle übermannen und wir uns glücklich fühlen. Glück auf Rezept - das funktioniert trotzdem nicht. Unsere Fähigkeit glücklich zu sein, ist zum Teil genetisch bedingt, also angeboren. Auch äußere Umstände wirken sich teils auf unser Glücksempfinden aus. Und doch bleibt jeder seines eigenen Glückes Schmied. Denn Glück ist subjektiv - und das persönliche Glücksempfinden lässt sich auch aktiv beeinflussen. Rezepte zum Glück gibt es viele - die setzen allerdings voraus, dass man weiß, was Glück überhaupt ist. Reine Glückssache ist Glück jedenfalls nicht. Lachen - Kein Witz der Evolution Autorin: Daniela Remus / Regie: Axel Wostry 17 Gesichtsmuskeln und rund 80 Körpermuskeln sind beim Lachen aktiv. Und damit nicht genug: Wer viel lacht, senkt die Anzahl der Stresshormone, pumpt Sauerstoff ins Blut und stärkt sein Immunsystem. Außerdem schüttet der Körper beim Lachen noch Serotonin aus, ein sogenanntes Glückshormon. Mediziner, Psychologen und Humorforscher haben deshalb keinen Zweifel daran, dass das Lachen tatsächlich so gesund ist, wie es das Sprichwort sagt. Bei Depressionen, Einsamkeit und Demenz setzen sie das Lachen deshalb sogar schon als Therapie ein. Und immer mehr Menschen schwören auf Lachyoga, Lachmeditation oder den regelmäßigen Besuch von Lachclubs, um gesund zu bleiben. Moderation: Redaktion: Matthias Eggert
Donnerstag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

bisonsDie letzten Bisons - und wie man ihr Überleben sichert Von Adama Ulrich (Wdh. v. 15.02.2018) Farmer fürchten die von Bisons übertragene Infektionskrankheit Brucellose und gehen daher rabiat gegen die Tiere vor. Umweltschützer suchen jetzt nach neuen Schutzwegen.
Donnerstag 19:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

adrenalinAdrenalin. Wenn Alarmbereitschaft zum Dauerzustand wird (4). Gestaltung: Johannes Gelich Eine Ikone des Aufbegehrens. Rosa Luxemburg und der Kampf um eine gerechte Gesellschaft (4). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Das Leben - Kein Irrtum. Friedrich Nietzsche und die Musik (4). Gestaltung: Eva Teimel
Donnerstag 22:08 Uhr

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