Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Genome EditingFiction meets Science Eine vielschichtige Beziehung am Beispiel Genome Editing Von Julia Diekämper Was passiert mit Wissenschaft, wenn sie das Labor verlässt? Man könnte das Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit als geklärt betrachten. In der ausdifferenzierten Wissensgesellschaft produzieren Wissenschaftler Erkenntnisse, die dann in die Öffentlichkeit eingespeist werden. Wissen wird popularisiert und damit einhergehend: die Akzeptanz der wissenschaftlichen Anwendungen gesteuert. Man könnte es auch als geklärt betrachten, dass der Mond aus grünem Käse ist. Beide Sichtweisen sind falsch. Während es letztere nicht einmal auf das Niveau eines alternativen Faktums schafft, gehört ersteres in den Bereich gut gehüteter Illusionen. Wie vielschichtig das Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit ist, lässt sich trefflich an der Beziehung zwischen Fiktion und Wissenschaft vermessen. Auf den ersten Blick verhalten sich beide wie Hund und Katz: Sie trauen sich nicht über den Weg. Die einen lieben das Licht der Öffentlichkeit, die anderen den Elfenbeinturm; die einen benutzen plakative Bilder und coole Stories, die anderen fabrizieren komplexe Theorien, die nur die Eingeweihten verstehen. Auf den zweiten Blick allerdings sind es gerade die Erzählungen, die einen Raum für Gedankenexperimente und das Durchspielen von Szenarien bieten, die Möglichkeiten eröffnen, gesellschaftlich relevante Fragen zu stellen und wesentlich dafür sind, ob heikle wissenschaftliche Anwendungen akzeptiert oder abgelehnt werden.
Donnerstag 19:30 Uhr

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