Bayern 2

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BaumwollstoffeStoffe - mehr als nur Hülle Baumwolle Das weiße Gold Das blaue Wunder Flachs, der Rohstoff für Leinen Das Kalenderblatt 18.1.1969 Die erste ZDF-Hitparade Von Anja Mösing Baumwolle - Das weiße Gold Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Wir tragen sie am Körper, gestalten unsere Lebensräume mit ihr, konsumieren sie als Lebensmittel - die Baumwolle. Das Malvengewächs, das rund um den Globus in subtropischen Regionen wächst, gehört nicht nur zu den ältesten Kulturpflanzen der menschlichen Zivilisationen, es hat auch in vielerlei Hinsicht Geschichte gemacht: Schon vor rund 7000 Jahren waren Baumwollstoffe bekannt und der Handel mit Baumwolle ist auch schon tausende Jahre alt. Die ökonomische "Leitpflanze" war aber auch eine "Leidpflanze": Die lukrativen Geschäfte mit dem "weißen Gold" waren das Hauptmotiv für Jahrhunderte von Sklaverei und Menschenhandel. Die ersten Spinnereimaschinen in England gaben den Startschuss für das Zeitalter der Industrialisierung. Der weltweite Anbau in Monokulturen wurde zu einer der größten Bedrohungen für die Umwelt. Heute gibt es nach Jahrhunderten des sozialen und ökologischen Raubbaus erste Ansätze, die Baumwolle ökologisch, sozial verträglich und fair anzubauen und zu verarbeiten. Das blaue Wunder - Flachs, der Rohstoff für Leinen Autorin: Elisabeth Hartmann / Regie: Axel Wostry Flachs gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und ist der Rohstoff für Leinen. Er wächst in besonders hochwertiger Qualität in Nordfrankreich. Von der Normandie über die Region Nord-Pas-de-Calais bis Belgien und zu den Niederlanden zieht sich im Frühsommer ein breites Band blau blühender Felder, immer parallel zur Küste, denn Flachs braucht maritimes Klima. In einem komplizierten Prozess, der über ein Jahr dauert, werden aus den knapp Ein-Meter-hohen grünen, dünnen Stengeln silbergraue feine Flachsfasern, aus denen Stoff gewebt wird. Aber auch die Wurzeln und Faserreste werden verarbeitet beispielsweise zu Dämmstoffen in der Auto- und Sportartikel-Industrie, die Samen zu Öl. Eine erstaunliche Pflanze von hohem ökologischem Wert, bei deren Entwicklung und Verarbeitung keine Pestizide und keine Chemie verwendet werden. Moderation: Yvonne Maier Redaktion: Matthias Eggert
Freitag 09:05 Uhr

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BR-Klassik

Das Musik-Feature

hackbrettDas Trapez aus dem Morgenland Das Hackbrett als Welt-Klassikinstrument Von Ulrike Zöller Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Es dient nicht dem Zerkleinern von Kalbs- oder Kohlköpfen. Das etwas brutale deutsche Wort "Hackbrett" für dieses einfühlsame Instrument ist durchaus irreführend. "Dulce Melos" - süßer Klang wurde eines der vielen trapezförmigen Instrumente im Mittelalter passender genannt. Hackbrettinstrumente sind im europäischen Raum bereits seit dem 14. Jahrhundert bekannt und wegen ihres silbrigen Klangs bis ins 18. Jahrhundert beliebte Kammermusikinstrumente. Eigentlich aber stammt es wohl aus Persien und wird in der klassischen Musik Chinas oder Weißrusslands in ungebrochener Tradition kammermusikalisch oder orchestral eingesetzt. Dass heute in Europa, nach einer jahrhundertelangen Zeit der Vernachlässigung neben zeitgenössischen Werken Folk, Rock, Jazz, Blues oder Techno mit dem Hackbrett gespielt wird: Das trapezförmige Instrument nimmts mit Fassung und dankt für die neue Aufmerksamkeit mit Csárdás-Seele und Country-Mood, im Konzert- oder Clubstil. Oder auch ganz entspannt im Hier und Jetzt, wenn indische Ragameister ihm meditative Klänge entlocken.
Freitag 19:05 Uhr

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Deutschlandfunk

Das Feature

MadarejùwaExpeditionen (3/4) Madarejùwas Entscheidung Vom Überleben im Brasilianischen Regenwald Von Thomas Fischermann Regie: Matthias Kapohl Produktion: Dlf 2019 (Teil 4 am 25.1.2019) Madarejúwa Tenharim, ein junger Indianerkrieger aus dem brasilianischen Amazonasgebiet, steht vor der Entscheidung seines Lebens. Soll er weiter der jahrtausendealten Tradition seines Volkes folgen, also nomadisch im Wald nach Tieren jagen, Nüsse und Früchte sammeln? Oder ist es besser, in die Stadt zu ziehen, eine Schulausbildung abzuschließen, einen Job zu ergreifen und in die Welt der Weißen einzutreten? Das Volk der Tenharim zählt ungefähr 900 Menschen, sie leben im südwestlichen Amazonaswald und bewahren sich bis heute eine ursprüngliche Lebensweise. Doch längst wird das Reservat von Holzfällern und Goldsuchern eingekreist. Landspekulanten und Agrarunternehmer wollen den Wald durch Weiden und Ackerland ersetzen. Gewaltsame Zusammenstöße nehmen zu. Nach aller Erfahrung wird dort, wo die Tenharim leben, in 20 Jahren kein Baum mehr stehen. Madarejúwa Tenharim ist ein junger Krieger seines Volkes. In diesem Feature erzählt er von der schwierigen Entscheidung: Den illegalen Holzfällern wäre mit Pfeil und Bogen kaum beizukommen, und Proteste oder Anzeigen bei den Behörden haben bisher wenig gebracht. In der Stadt sind Indigene wie er auch nicht willkommen. Sie gelten als Wilde mit Pfeil und Bogen, als Mörder und sogar als Menschenfresser, denen nicht zu trauen ist. Madarejúwas Entscheidung
Freitag 20:10 Uhr

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