Ö1

Radiokolleg - Wenn Wut explodiert

gewaltpräventionNeue Wege in der Gewaltprävention (3). Gestaltung: Ute Maurnböck Wie entsteht Wut, wie kann man die Gewaltspirale durchbrechen und noch besser: Wie kann man Gewalt präventiv verhindern? Feminizide, also Frauenmorde haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Weltweit, aber auch in Österreich. Die Gesetze, die Frauen schützen sollen, gelten als gut, allerdings ist die Zahl an Plätzen in Frauenhäusern laut Expert/innen zu niedrig. Sie kritisieren auch, dass voriges Jahr weniger Betretungsverbote ausgesprochen wurden, also die Polizei Gewalttätern nicht den Zutritt zu gemeinsamen Räumlichkeiten verwehrt hat. Ein weiterer Kritikpunkt: Funktionierende Projekte wurden gestrichen - das Projekt MARAC (Multi-Agency Risk Assessment Conference) zum Beispiel, in dem die Polizei fix eingebunden und an Präventivarbeit zu Verhinderung von schwerer Gewalt tätig war. Gründe, warum Frauen in gewalttätigen Beziehungen bleiben, sind unter anderem die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Partner und das Verharmlosen von männlicher Gewalt. Körperliche Gewalt an Männern findet in den meisten Fällen außerhalb der eigenen vier Wänden statt, innerhalb der Familie ist sie vorwiegend psychischer Natur. Als Opfer, auch wenn sie nicht direkt von Gewalt betroffen sind, gelten Kinder in gewalttätigen Beziehungen. Seit nunmehr 30 Jahren - der Internationale Tag der Kinderrechte wird jedes Jahr am 20. November begangen - setzt sich die UN-Kinderrechtskonvention für Kinderrechte ein, für ein Leben, in dem sich Kinder möglichst gut entfalten können. Österreich hat sich vor 20 Jahren mit einem Gesetz dem Prinzip der "gewaltfreien Erziehung" verpflichtet, die "gesunde Watsche" sollte es nicht mehr geben. Dass Eltern nach wie vor ihrem Zorn mit psychischer und physischer Gewalt Luft machen, ist allerdings Fakt. Inzwischen gibt es österreichweit wie international viele Projekte, die mit Täter/innen wie Opfern arbeiten. In Graz und am Balkan zeigt die Arbeit an männlichen Rollenbildern große Erfolge. In Brasilien bemühen sich NGOs, Jugendlichen aus gewalttätigen Milieus Wege in ein anderes, gewaltfreies Leben zu zeigen: durch kreative künstlerische Arbeiten etwa oder auch durch sozialarbeiterische Maßnahmen. Inhaftierten Jugendlichen zum Beispiel sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die verhindern sollen, dass sie wieder ins Gefängnis kommen, aber auch ein Leben außerhalb dominierender, gewalttätiger Gangs aufbauen können.
Mittwoch 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

sterbehilfeDie Würde des Menschen Philosophische Grundlagen Sterbehilfe Selbstbestimmung bis zum Schluss? Das Kalenderblatt 20.11.1985 Microsoft veröffentlicht die erste Version des Betriebssystems "Windows" Von Sebastian Kirschner Die Würde des Menschen? - Philosophische Grundlagen Autor: Michael Conradt / Regie: Irene Schuck Die Würde des Menschen ist im Grundgesetz fest verankert. Dennoch wird sie gegenwärtig kontrovers diskutiert. Ist sie wirklich unantastbar, oder ist es nicht doch in manchen extremen Fällen erlaubt oder sogar geboten, sie zugunsten anderer zentraler Werte einzuschränken, etwa der Rettung akut bedrohter Menschenleben oder der Eröffnung neuer Therapiechancen für bisher unheilbare Krankheiten? Angesichts dieser Konflikte fragt der Beitrag nach den philosophischen Grundlagen der Menschenwürde, die möglicherweise eine Beurteilung aktueller Probleme erleichtern: Was ist die Menschenwürde, worin ist sie begründet, wann beginnt und wann endet sie, gibt es begründete Ausnahmen oder auch: Können wir unsere Würde selber verletzen oder verspielen? Sterbehilfe - Selbstbestimmung bis zum Schluss? Autorin: Beate Meierfrankenfeld / Regie: Kirsten Böttcher Dürfen Ärztinnen und Ärzte unheilbar Kranken auf Wunsch beim Sterben helfen? Sollte die ärztliche Aufgabe neu definiert werden - und nicht mehr überall Lebenserhaltung in den Mittelpunkt stellen, sondern auch Unterstützung bei einem Tod in Würde zulassen? Das Thema Sterbehilfe beschäftigt immer wieder Medizinethik, Politik und Justiz. Kritiker der Sterbehilfe fürchten einen Dammbruch: Alte und Kranke könnten unter Druck geraten, ihrem Leben ein Ende zu setzen, auch wenn sie das eigentlich nicht möchten. Befürworter verweisen auf das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen, das auch im Sterben gelten müsse. Die moderne Apparatemedizin kann den Tod immer weiter hinauszögern. Das ist eine Errungenschaft, wirft aber neue Fragen zum Umgang mit dem Lebensende auf. Auch sie gehören zur Debatte um die Sterbehilfe. Und diese Debatte geht tief: Sie berührt das Menschenbild einer Gesellschaft. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Bernhard Kastner
Mittwoch 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Geronimo oder Winnetou?

GeronimoIndianerromantik diesseits des großen Teiches (3). Gestaltung: Christa Nebenführ Der österreichische Schauspieler Adi Hirschal taufte seinen Sohn zu Ehren des letzten Apachenhäuptlings auf den Namen "Geronimo", der Berliner Kieferorthopäde Winnetou Kampmann hat seinen Vornamen vom Vater geerbt und an seinen Sohn weitergegeben. Der erwählte Namenspatron des einen ist eine historische Figur, der des anderen eine Romanfigur. Doch die beiden Erscheinungsformen von Heldentum überschneiden sich in vieler Hinsicht. Wovon träumten und träumen die Menschen in der Alten Welt wenn sie den "Roten Mann" idealisieren und romantisieren? Was ersehnte Franz Kafka in seinem Kurzprosatext: "Wunsch, Indianer zu werden"? Wer einst kindlich naiv die von Karl May beschriebene Lebensweise Winnetous für Realität hielt, wandte sich nicht selten später den Ikonen Geronimo oder Sitting Bull zu. Ein historischer Kern bewahrt jedoch nicht vor Mythenbildung und idealisierenden Zuschreibungen. So gab es zwar im 17. Jahrhundert einen Häuptling der Mohegan namens Uncas, aber dieser hatte wenig Gemeinsamkeit mit der gleichnamigen Figur in der Lederstrumpf-Reihe des Amerikaners James Fenimore Cooper. Das verbreitete Indianerbild ist die Konstruktion eines eurozentrischen Weltbilds und verrät mehr über Europas kulturellen Hintergrund und Horizont als über Amerikas Ureinwohner. Christa Nebenführ hat einen Streifzug durch Museen, Literatur und Aufführungen unternommen und sich bei Völkerkundlern und "Indianerfreunden" erkundigt, wie viel die Dichtung über die Wahrheit verrät.
Mittwoch 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Sweet Soul Music

marvin gayeZum 50er - Vier Alben mit Black Power (3). Gestaltung: Stefan Niederwieser In Detroit drückt die Hitze, heißer als die Hölle soll es gewesen sein, sagen Augenzeugen. Es ist Sommer im Jahr 1967. In Detroit sind die Stadtviertel noch stärker segregiert als in den Südstaaten, Armut ist allgegenwärtig, Polizeigewalt ebenfalls. Bei einer nächtlichen Feier in einer illegalen Bar werden alle Feiernden von der Polizei verhaftet, ein Funke springt über, er entzündet sich, in der Hitze der Nacht brechen Unruhen aus. Manche sagen auch Rebellion zu diesen fünf Tagen, die folgen, oder Aufstand. Am Ende ist die Polizei nicht mehr Herr der Lage, die Nationalgarde muss einrücken, 43 Menschen sind tot, über tausend verletzt und noch mehr Gebäude sind zerstört. Detroit ist damals ein Zentrum afroamerikanischer Kultur. Das Label Motown produziert hier Hits am laufenden Band, auch die junge Aretha Franklin wohnt hier. Einige Kilometer weiter schreibt Curtis Mayfield in Chicago hoffnungsvolle, stolze Songs, während Sly The Family Stone an der Westküste multiethnischen Widerstand proben. In diesem Radiokolleg sollen große gesellschaftspolitischen Themen dieser Zeit anhand von vier Soul-Alben nacherzählt werden. *Marvin Gaye, Motown und Selbstermächtigung* Das Label Motown vermarktete Soul am erfolgreichsten. Anfangs pflegte man ein apolitisches Image, in einer Charm School wurde Künstler*innen gutes Benehmen beigebracht. Ökonomische Ermächtigung stand bei Motown ökonomischer Ausbeutung von Schwarzer Kultur gegenüber. Dies zeigte sich auch bei der Veröffentlichung des Albums "What"s Going On" von Marvin Gaye. Auf diesem finden sich auch ökologische Töne und Kritik an der Reichtumsverteilung in den USA.
Mittwoch 09:45 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

NormalitätWas ist schon "normal"? Ein Begriff und seine Geschichte Die Toleranz Respekt für das Andere Das Kalenderblatt 20.11.1985 Microsoft veröffentlicht die erste Version des Betriebssystems "Windows" Von Sebastian Kirschner Was ist schon "normal"? - Ein Begriff und seine Geschichte Autorin und Regie: Dorit Kreissl "Jeder, der das Rätsel der Normalität erforschen will, wird dazu verurteilt, in den Spiegel zu blicken." Hans Magnus Enzensberger fällt dieses Urteil, wohl wissend, dass Menschen lieber für "einzigartig" als für "normal" gehalten werden wollen. Was ist normal? Das definiert jede Kultur und jede Zeit anders. Was früher als anormal galt, gilt heute als normal. Normalität orientiert sich an gemeinsamen Regeln, an vorgegebenen Normen. Sie ist eine Richtschnur und auch ein statistisches Maß. Der Begriff taucht zuerst im 18. Jahrhundert, als Folge moderner Massenproduktion, industrieller Normung und statistischer Analysen auf. Ein Mensch gilt als normal, auch im Sinne von psychisch gesund, wenn sein Verhalten dem der Mehrheit entspricht. Eine Definition, die hinterfragt werden muss, denn die Übergänge zwischen normal und anormal sind fließend. Außerdem: Gibt es in unserer postmodernen Gesellschaft überhaupt noch einheitliche Normalitäts-Standards? Oder heißt es "Anything goes"? Die Toleranz - Respekt für das Andere Autor: Fabian Mader / Regie: Sabine Kienhöfer Toleranz ist auch eine "Zumutung". Das Fremde, Andere, Widerstrebende zu erdulden und den eigenen Ärger herunterzuschlucken - in Jahrhunderten haben sich Gesellschaften darin geübt. Jetzt gerät die edle Haltung aber an ihre Grenzen. Ist es sinnvoll, das Auftreten von Menschen erdulden, die selbst die Werte der Toleranz mit Füßen treten? Wo endet die Toleranz? Und verrät nicht die Werte der Toleranz, wer sie zu weit treibt? Wo alles geduldet wird, gibt es keinen moralischen Kompass mehr, kein richtig und falsch. Wie viel Toleranz können und wollen wir uns also in hochpolitischen Zeiten erlauben? Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Bernhard Kastner
Mittwoch 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

heinrich august winklerZeitenwende Der Westen am Ende? Der Historiker Heinrich August Winkler im Gespräch mit Winfried Sträter
Mittwoch 19:30 Uhr

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MDR KULTUR

Der ständige Vertreter

günter gausDer Publizist und Diplomat Günter Gaus Von Steffen Lüddemann Zum 90. Geburtstag von Günter Gaus am 23. November (Wiederholung) Im Frühjahr 1974 wurde Günter Gaus zum ersten "Ständigen Vertreter" der Bundesrepublik in der DDR berufen. Für Gaus war es der interessanteste Posten, den die BRD zu vergeben hatte und er bezeichnete die Jahre als Missionschef in Ostberlin rückblickend als die "wichtigsten" seines Lebens: "Seinerzeit hatte sich die Hoffnung der Menschen in der DDR an die kleinen Schritte gebunden. Und ich war für sie der Vollstrecker dieser kleinen Schritte. Das führte dazu, dass ich in der DDR viel Zuspruch fand. Das hat mir sehr wohl getan." Der 1929 in Braunschweig geborene Günter Gaus hatte in seinem Leben viele Karrieren gemacht: Er begründete als junger Journalist 1963 die legendäre Interviewreihe "Zur Person", er war Rundfunkintendant, Chefredakteur des "Spiegel" und - nach seiner Zeit als "Ständiger Vertreter" - politischer Schriftsteller. Mit seiner radikalen Kritik an den Verhältnissen in der BRD und seinem Eintreten für ostdeutsche Belange hatte sich Günter Gaus zunehmend auf einsamen Posten begeben: "Ich stehe links von der Mitte", sagte er einmal, "doch manchmal habe ich den Eindruck, dass ich an den linken Rand gerutscht bin, was nicht daran liegt, dass ich mich verändert habe, sondern dass die Gesellschaft mit atemberaubender Geschwindigkeit rechts an mir vorbeigezogen ist." Das Feature zeichnet ein Porträt des 2004 verstorbenen Günter Gaus, der sich am Ende als "nichtpraktizierender Anarchist" verstand, und lässt Freunde und Wegbegleiter - unter anderen Egon Bahr, Christoph Hein und Friedrich Schorlemmer - zu Wort kommen. Regie: Klaus Zippel Produktion: MDR 2004 Sprecher: Jutta Hoffmann Friedrich Schorlemmer (59 Min.)
Mittwoch 22:00 Uhr

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SWR2

SWR2 Feature

HisbollahDie Libanon Connection das ARD radiofeature Ein Feature über Geldwäschenetzwerke, Drogenkartelle und Terroristen Von Volkmar Kabisch, Jan Strozyk und Benedikt Strunz (Produktion: NDR 2019) Der Kokainhandel boomt und Kriminelle bewegen Milliardengewinne rund um den Globus, damit südamerikanische Kokainkartelle an das Geld kommen, das sie vor allem in Europa und in den USA verdienen. Doch Geldwäsche ist für kriminelle Banden zunehmend ein Problem, weil Banktransfers immer stärker überwacht werden. Seit Jahren warnen US-amerikanische Drogenfahnder davor, dass derartige Netzwerke zunehmend vom Libanon aus gesteuert werden. Und zwar im Auftrag und unter Leitung der Hisbollah, so die Vermutung. Die Akten des enttarnten "Cedar"-Netzwerks zeigen, dass auch Deutschland im Fokus libanesischer Geldwäschenetzwerke steht.
Mittwoch 22:03 Uhr

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rbb Kultur

FEATURE

günter gausZum 90. Geburtstag Der ständige Vertreter Der Publizist und Diplomat Günter Gaus Von Steffen Lüddemann Regie: Klaus Zippel Produktion: MDR 2004
Mittwoch 22:04 Uhr

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Ö1

Radiokolleg


Mittwoch 22:08 Uhr

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HR2

Jazzfacts

nils wogramWhat"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Nils Wograms Posaune, jetzt im "Super-Sensitiv-Format" Emotion statt Abstraktion: Nils Wogram, einer der am meisten komplexen Posaunisten unter der Sonne, formuliert mit seinem Trio "Nostalgia" ein Plädoyer für einfachere Strukturen
Mittwoch 22:30 Uhr

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