Bayern 2

radioWissen

Johannes-EvangeliumDie Entwicklung des Glaubens Wie Religion entstand Wie der Tod in die Welt kam Mythen und die große Menschheitsfrage Das Kalenderblatt 18.9.1947 US-amerikanischer Geheimdienst CIA gegründet Von Julia Devlin Die Entwicklung des Glaubens - Wie Religion entstand Autor und Regie: Frank Halbach "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort", sagt das Johannes-Evangelium. Das heißt nichts Anderes, als dass das die Religion der Christen göttlichen Ursprungs ist. Aber erhebt nicht jede Religion den Anspruch göttlichen Ursprungs zu sein? Kommt Religion wirklich von Gott? Oder ist sie ein ganz natürliches biologisches Phänomen? Ein Blick auf die verschiedenen Religionen zeigt: Sie verändern sich im Lauf der Geschichte, entwickeln sich weiter. Kann man daher von einer Evolutionsgeschichte der Religionen sprechen? Und wenn Religion "biologisch" in unserem Mensch-Sein angelegt ist, warum und wie ist sie entstanden? Warum gibt es zahlreiche unterschiedliche Religionen, von denen jede für sich Eigenständigkeit entwickelt hat? Welche sozialen und welche Umwelt-Faktoren beeinflussen die Evolution von Religionen? Vor nicht allzu langer Zeit prophezeite die aufgeklärte Wissenschaftswelt das absehbare Verschwinden der Religionen. Doch stattdessen scheint das Religiöse heute mit aller Macht wieder mehr und mehr an Bedeutung zu gewinnen. Nur weil es jemanden nützt? Oder weil Religion Teil des kulturellen Erbes der Menschheit ist? Wie der Tod in die Welt kam - Mythen und die große Menschheitsfrage Autorin: Sylvia Schopf / Regie: Eva Demmelhuber Keine Frage! Wir sind sterblich. Der Tod eine Tatsache. Doch warum? Ist er Strafe für ein Vergehen? Ein Versehen oder Missgeschick? Notwendigkeit oder Schicksal? Denn was, wenn der Mensch unsterblich wäre? In allen Teilen der Welt, in unterschiedlichen Kulturen und Religionen haben Völker - lange vor den (Natur-) Wissenschaften - ihre Antworten auf das Rätsel des Todes formuliert - und zwar in Form von Mythen. Dabei spielen Beobachtungen der Natur wie beispielsweise der Wechsel von Tag und Nacht, der Schlaf als kleiner Bruder des Todes oder der Mond als Symbol für Werden und Vergehen eine Rolle. Auch die Hoffnung und die Sehnsucht, dem Tod entkommen zu können oder einen geliebten Verstorbenen aus dem Totenreich zurückzuholen, wird in den Mythen immer wieder thematisiert. So sind in den verschiedenen Kulturkreisen im Laufe der Zeit poetische und bildkräftige Geschichten entstanden, die auch für uns heute tröstlich sein können im Umgang mit der unfassbaren Tatsache des Todes. Denn möglicherweise geht es - wie der Mondzyklus zeigt - um ein Werden, Vergehen und Wiederkommen. Und auch auf jede Nacht folgt ein neuer Tag ... Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Bernhard Kastner
Mittwoch 09:05 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg - Heilende Wurzeln, Stängel, Blüten und Blätter

Das Potential pflanzlicher Arzneistoffe (3). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht Phytotherapie, die Verabreichung pflanzlicher Arzneien, ist die älteste Behandlungsmethode überhaupt und außerhalb des westlichen Kulturkreises auch heutzutage noch am gebräuchlichsten. In unseren Breiten war das bis Ende des 18. Jahrhunderts nicht viel anders. Mit dem Aufstieg der modernen Naturwissenschaften und neuer chemischer Verfahren gelang es nicht nur, einzelne Inhaltsstoffe aus Pflanzen zu isolieren, sondern auch die chemische Struktur von Reinsubstanzen aufzuklären und diese synthetisch im Labor herzustellen. Und nach dem Aufkommen der Antibiotika verloren pflanzliche Arzneien erst recht an Bedeutung. Mittlerweile ist das längst anders, und nach jahrzehntelanger Dominanz der Chemie hat auch das wissenschaftliche Interesse an Pflanzeninhaltsstoffen stark zugenommen. Im Unterschied zu synthetisch hergestellten Medikamenten, die einen Reinstoff enthalten, sind Phytotherapeutika Vielstoffgemische mit bis zu mehreren Hundert chemischen Substanzen. Auf dem Zusammenspiel dieser verschiedenen Inhaltsstoffe beruht auch ihre heilende Wirkung. Eingesetzt werden pflanzliche Arzneien heute bei verschiedensten Beschwerdebildern: bei Schmerzen zum Beispiel, zur Prävention altersbedingter kognitiver Störungen wie der Alzheimer Demenz, bei Schlaf- und Angststörungen, Depressionen, rheumatischen Beschwerden und bei Infektionskrankheiten (was angesichts zunehmender Antibiotika-Resistenzen von immer größerer Bedeutung ist). Bei einigen pflanzlichen Arzneien hat sich bereits herausgestellt, dass sie in ihrer Wirksamkeit synthetisch hergestellten Präparaten durchaus ebenbürtig sind. Obwohl in der Regel besser verträglich als herkömmliche Medikamente, können aber auch Phytopharmaka Wechsel- und Nebenwirkungen entfalten. Auf dem Gebiet der Heilpflanzenforschung ist jedenfalls noch viel zu erwarten. Denn von den über 300.000 bekannten Pflanzen höherer Entwicklungsstadien ist bisher nur ein Bruchteil auf bioaktiv wirksame und medizinisch vielleicht höchst interessante Substanzen hin untersucht worden.
Mittwoch 09:05 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg - Bewegt euch!

Das Wundermittel Sport (3). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Sport fördert die Gesundheit und regt Regenerationsprozesse an. Aber Bewegung kann noch viel mehr: sie lindert Schmerzen, wirkt präventiv gegen Depressionen, und wird heute auch in der Angsttherapie eingesetzt. Wird Sport in der Gruppe ausgeübt, wächst das Selbstvertrauen und das Gemeinschaftsgefühl. Ergänzend zur psychotherapeutischen Behandlung wird Sport darum auch in der Traumatherapie verwendet. Aus Sicht der Hirnforschung regt Sport Stoffwechselprozesse an, die regulieren und positiv auf Stimmungen Einfluss nehmen. Für viele Ärzte ist Sport eine wirkungsmächtige Universaltherapie, die vor allem gegen chronische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislaufprobleme hilft. Entscheidend ist, dass regelmäßig trainiert wird. Und bei einem klug aufgebauten, maßgeschneiderten Trainingsprogramm steigt die Motivation und das Gefühl, Hürden überwinden zu können.
Mittwoch 09:30 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg - Das Lied, das klebt

OhrwurmEine kleine Typologie des Ohrwurms (3). Gestaltung: Thomas Mießgang Es gibt diese Lieder, die sich im Gehörgang und im Gehirn einnisten, und nicht mehr daraus zu vertreiben sind, ganz egal, was man unternimmt. Im Deutschen sagt man Ohrwurm dazu, im Englischen analog Earworm, das Spanische hingegen wählt die umschreibende Bezeichnung Melodia pegadiza - eine Melodie, die klebt. Der deutsche Begriff für das insistente Lied, das nicht mehr weichen möchte, leitet sich übrigens von den gleichnamigen Insekten ab, die nach volkstümlicher Vorstellung gerne in die Ohren kriechen. Lateinisch heißt der gemeine Ohrwurm Forficula auricularia. Woran liegt es nun, dass eine Tonfolge das Bewusstsein infiltriert und infiziert wie ein böses Virus? Die Gedächtnisforschung hat festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit des "Einschaltens", also der Wiedererinnerung und der Festsetzung eines Ohrwurms dann am größten ist, wenn das Arbeitsgedächtnis wenig ausgelastet ist, zum Beispiel bei Routine-Arbeiten, Autofahren oder Spazierengehen. Ohrwürmer können dann freie Kapazitäten des Arbeitsgedächtnisses besetzen und sich dort festsetzen. Am besten, heißt es in neurophysiologischer Fachliteratur, sind sie durch erhöhte andere Anforderungen aus dem Arbeitsgedächtnis zu vertreiben. Es empfiehlt sich also, wenn sich ein Lied festgeklebt hat, beispielsweise zur "Phänomenologie des Geistes" von Hegel zu greifen - damit ist eine umfassende Auslastung des Arbeitsgedächtnisses garantiert. Der Musikwissenschaftler Jan Hemming ist der Auffassung, dass ein Ohrwurm unbewusst und unwillkürlich aus der Erinnerung hervortrete und subjektiver Natur sei: "Ohrwürmer sind eine emotionale Angelegenheit und treten vor allem bei Musikstücken auf, denen man entweder sehr positiv oder sehr negativ gegenübersteht." Es gibt aber auch pathologische Formen des Ohrwurms wie die Krankheit Tinnitus, die man, unmedizinisch formuliert, als Dauergeräusch im Ohr bezeichnen könnte. Es handelt sich dabei um eine verstärkte Aktivität der Neurone in der Hirnrinde, die, so legen es neuere Studien nahe, in der lärmverschmutzten Gegenwart eher zunimmt. Ohrwürmer sind aber nicht nur lästig, sondern durchaus auch erwünschte Phänomene, die auf unterschiedliche Weise kommerziell und kommunikativ genutzt werden können: Die ganze Jingle- und Signation-Industrie basiert auf kleinen wiedererkennbaren Klangpartikeln und im Signalraum Stadt ist zu beobachten, dass, etwa bei Verkehrsleitsystemen, die einstige Dominanz des Visuellen zunehmend von akustischen Impulsen herausgefordert wird. Von welcher Perspektive man das Phänomen aber auch betrachtet - der Ohrwurm ist ein vielgestaltiges, und, sowohl im Positiven wie im Negativen, nachhaltiges Phänomen. Warum, das beschreibt die Popgruppe Wise Guys knapp und bündig in einer Textzeile: "Weil ich in deinen Ohren steck und ich geh hier nie mehr weg."
Mittwoch 09:45 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

bertha pappenheimBertha Pappenheim Zwischen Hysterie und Emanzipation Sublimieren und Kompensieren Grundbegriffe der Psychoanalyse Das Kalenderblatt 18.9.1947 US-amerikanischer Geheimdienst CIA gegründet Von Julia Devlin Bertha Pappenheim - Zwischen Hysterie und Emanzipation Autorin und Regie: Gabriele Bondy Die Behandlung und Heilung ihrer facettenreichen Symptome (Sprach- und Sehstörungen, Neuralgien und Ängste, Depressionen und Nahrungsverweigerungen), damals alle zusammen gefasst unter dem Stichwort Hysterie, gilt als Beginn der Psychoanalyse. Josef Breuers und Sigmund Freuds berühmteste Patientin Bertha Pappenheim - der Fall Anna O. - ist zur Grundlage für die bislang tiefschürfendste Psychotherapie geworden. Die Tochter aus wohlhabendem jüdischem Hause, die Breuer als "eine Frau mit bedeutender Intelligenz, erstaunlich scharfsinniger Kombination und Intuition" beschrieb, machte sich auch durch ihr frühes Interesse an der Frauenfrage und ihrem Engagement für Bedürftige einen Namen. Zudem forderte sie, dass die Ideale der Gleichberechtigung in Bildung und Beruf in jüdischen Institutionen verwirklicht werden sollten. Die Frauenrechtlerin tat sich auch als Schriftstellerin hervor. Schon während ihrer später als "Katharsis" oder "talking cure" bezeichneten Therapie hatte Breuer ihr erzählerisches Talent gelobt. Sublimieren und Kompensieren - Grundbegriffe der Psychoanalyse Autorin: Justina Schreiber / Regie: Irene Schuck Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Gesetze und gesellschaftliche Konventionen verhindern, dass der Mensch "die Sau rauslässt", wie es ihm grad passt. Wohin also mit starken Gefühlen? Wohin mit Wut, Gier, Lust und Frust? Am besten man formt seinen dunklen Trieb in ein Stück Kunst um, in ein Gedicht zum Beispiel! Die Annahme, dass die gesamte menschliche Kultur aus unzähligen solcher Veredelungsprozesse entstanden ist, geht auf Sigmund Freud zurück, der allerdings ausschließlich sublimierte Sexualität am Werk sah. Anders als die Kompensation, bei der Symptome oder unangenehme Gefühle wie Minderwertigkeitskomplexe durch Überlegenheitsgefühle oder körperliche Beschwerden "ausgeglichen" werden, handelt es sich beim Sublimieren nicht um einen behandlungswürdigen, neurotischen Prozess. Vielmehr geht es darum, dass das Bewusstsein funktionierende gesellschaftliche Systeme gewährleistet und erschafft, indem es sich niedere Impulse "schön redet". Wie auch immer: Es handelt sich zumindest um eine Theorie, die das ewige Streben, den unstillbaren Erkenntnishunger der Menschheit erklären würde. Moderation: Redaktion: Susanne Poelchau
Mittwoch 15:05 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Hochstapeln"Vertraue mir!" Von der Erotik des Hochstapelns Von Dagmar Just Ein russischer Mönch regiert als falscher Zar. Ein Berliner Jahrmarktsschausteller als König von Albanien. Ein Wiener Möbelhändler trumpft als Thomas Manns Neffe auf. Ein Bremer Postbote als Oberarzt einer Psychiatrischen Klinik. Eine russische Fabrikarbeiterin als Großfürstin Anastasja. Und im Portfolio einer Frankfurter Mana-gergattin taucht ein Krankenhaus der Hilfsorganisation Cap Anamur als eignes Charity-Projekt und sie selbst als Unesco-Botschafterin auf. Hochstapelei existiert vom kleinen Bluff bis zum großen Coup zu allen Zeiten und auf allen prestigeoffnen Feldern. Mancher Scoop erlangt Kultstatus und wird wie ein Märchen oder Schel-menstück überliefert. Alle Hochstapeleien aber galten als Ausnahmeereignisse. Auch wegen des hohen Risikos, das die Akteure wagen, hatten sie den Seltenheitswert schwarzer Schwäne. In letzter Zeit scheint sich das jedoch zu ändern. Beobachter sprechen bereits vom Hochstapeln als Volkssport und als Epidemie. Zeit also, dieses Phänomen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen - bevor es sich als "Betriebsprogramm der modernen Gesellschaft" durchsetzt.
Mittwoch 19:30 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

SWR2

SWR2 Feature

rohingyaAb auf die Insel Wohin mit den Rohingya in Bangladesch? Von Yvonne Koch Im Süden von Bangladesch liegt das größte Flüchtlingslager der Welt. Rund eine Million Rohingya sind aus Myanmar dorthin geflüchtet, weil sie in ihrem Herkunftsland diskriminiert, gefoltert, missbraucht und getötet wurden. Zwei Jahre nach der letzten großen Flüchtlingswelle kippt die Stimmung: den einst willkommenen Rohingya wird die Schuld an steigenden Lebenshaltungskosten, Krankheiten und Kriminalität gegeben. Die Regierung von Bangladesch reagiert mit einem äußerst umstrittenen Plan: Flüchtlinge sollen auf eine bisher unbewohnbare Insel im Golf von Bengalen umgesiedelt werden.
Mittwoch 22:03 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

rbb Kultur

FEATURE

friedliche revolution30 Jahre friedliche Revolution Das geheime Tonband von Pannach, Fuchs und Kunert Von Doris Liebermann Regie: Marlene Breuer Produktion: hr 2019
Mittwoch 22:04 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg

pflanzlicher ArzneistoffeHeilende Wurzeln, Stängel, Blüten und Blätter. Das Potential pflanzlicher Arzneistoffe (3). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht Bewegt euch! Das Wundermittel Sport (3). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Das Lied das klebt. Eine kleine Typologie des Ohrwurms (1-4). Gestaltung: Thomas Mießgang
Mittwoch 22:08 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

HR2

Jazzfacts

julia kadelWhat"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Junge Frau in analogem Studio und mehrdimensionalem Klanggeflecht: Julia Kadel "Kaskaden, Paradoxa und andere Verwicklungen" - Die experimentierfreudige Berliner Pianistin Julia Kadel (gehört zu den "German All Stars" auf dem Deutschen Jazzfestival) und ihr neues MPS-Album
Mittwoch 22:30 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren