WDR5

Dok 5 - Das Feature

afdDunkelkammern der Demokratie Populistische Stimmungsmacher und ihre Schattenspender Von Peter Kreysler Aufnahme des DLF 2018 Wiederholung: 20.04 Uhr Schattenspender haben den AfD-Wahlkampf mit geschätzt 13 Millionen Euro unterstützt - ohne, dass dieses Geld in den Büchern auftaucht. Die Partei versucht nun, Strafzahlungen zu vermeiden. Auch in England kamen erhebliche Mittel für die Brexit-Kampagne aus nebulösen Quellen. Überall in Europa profitieren populistische Parteien von Schattenspendern. Mit großen Summen unbekannter Herkunft werden manipulative Wahlkämpfe geführt. Die Wahlkommissionen agieren hilflos, die Spender bleiben anonym. Um ihre Macht zu stärken, nutzen populistische Parteien die lockeren Parteiengesetze aggressiv aus. Anonyme Großspender pumpen zweistelligeMillionenbeträge in Wahlkämpfe. Für die Brexit-Kampagne in Großbritannien zahlte der Geschäftsmann Arron Banks 12 Million Pfund - angeblich aus seinem Privatvermögen, obwohl es seine finanziellen Mittel bei weitem überstieg. In Deutschland nutzte die AfD wohl einen Trick, um über einen Verein Gleichgesinnter die Wahlkampfkasse prall zu füllen. Die tatsächliche Quelle der beiden Millionenspenden blieb bisher unbekannt. Die Wahlkommissionen in England wie in Deutschland konnten die wahren Spender nicht ermitteln. Mit den Geldern wurden polarisierende, emotionalisierende Wahlkämpfe geführt. Populisten sprachen mithilfe des Internets und sozialer Medien Bürger direkt an, verbreiteten Halbwahrheiten oder glatte Fehlinformationen. Firmen wie Cambridge Analytica konnten dank umfangreicher illegal erworbener Daten Bürger punktgenau kontaktieren und manipulieren. Inzwischen dämmert der Politik, welche Gefahr in dieser Entwicklung steckt, wie die Fundamente der Demokratie zerbröseln. Veraltete Regulierungen und Gesetze greifen nicht mehr. Nicht nur Bürger fordern deshalb kompromisslose Transparenz: Wenn die Helfer der Populisten weiter im Dunkeln agieren können, wird das den Diskurs in unserer politischen Kultur grundlegend verändern.
Montag 00:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Weißer Fleck in Europa

weißrusslandWeißrusslands unsicherer Kurs zwischen Ost und West (1). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Republik Belarus nennt sich das Land zwischen Polen und Russland, wobei der Ursprung des Namens bis heute nicht eindeutig geklärt ist. Im Deutschen spricht man von Weißrussland, auch hier bevorzugen Expert/innen aber immer häufiger den Begriff Belarus, um eine klare Abgrenzung zum östlichen Nachbarn zu ziehen. Zugleich dient das "Weiß" weiterhin für zahlreiche Metaphern. Denn Weißrussland gilt als der weiße Fleck auf der Landkarte Europas, bis heute ist es für die meisten Europäer eine "Terra Incognita" geblieben. Es handelt sich um eine Region, in der sich erst sehr spät ein Nationalbewusstsein im modernen Sinn entwickelte und die - von einem kurzen, bald gescheiterten Versuch Anfang des 20. Jahrhunderts abgesehen - erst mit dem Zerfall der Sowjetunion ihre staatliche Unabhängigkeit erlangte. Historiker/innen sprechen von einer Geschichte tragischer Risse und Brüche. Lange gehörte die Region zum großen polnisch-litauischen Reich, dann zum russischen Reich, später zur UdSSR. Als Hitler-Deutschland zunächst Polen und dann die Sowjetunion überfiel, kam es zur schlimmsten Tragödie. Im Holocaust wurde eine Jahrhunderte alte, überaus reiche jüdische Kultur vernichtet. Die Aufarbeitung ist erst in den vergangenen Jahren mühsam in Gang gekommen. In zahlreichen weißrussischen Städten, wo einst mehr als 50 Prozent der Bewohner/innen Juden waren, muss man heute gezielt suchen, um noch Spuren dieser brutal ausgelöschten Welt zu entdecken. Die Last der Geschichte nennen Expert/innen als einen möglichen Grund dafür, dass die Mehrheit der Weißrussen bis heute scheinbar widerspruchslos den autokratischen Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka akzeptiert, den "letzten Diktator Europas", wie er im Westen genannt wird. Aber auch die Sorge vor den Folgen einer Revolution wie in der Ukraine spielt eine Rolle. Weißrussland unterhält zwar enge Beziehungen zu Moskau, seit der Eskalation des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland versucht Lukaschenka allerdings einen unabhängigeren Kurs zu steuern und sich als Vermittler zwischen Moskau und Kiew zu etablieren. Von einer Multivektor-Politik ist offiziell die Rede, man will mit allen Nachbarn, und mit Moskau ebenso wie mit Brüssel, einen möglichst ausgeglichenen Kurs fahren. Junge, gebildete Weißrussen blicken freilich oft nach Westeuropa und suchen dort ihr Glück. Dabei hat ihr Land durchaus Potenzial, wie die rasante Entwicklung des IT-Sektors in den vergangenen Jahren belegt. Hier, meinen erfolgreiche Vertreter der IT-Branche, könne man im positiven Sinne aus dem sowjetischen Erbe schöpfen - nämlich aus den hohen technischen und naturwissenschaftlichen Bildungsstandards, die Weißrussland bewahrt und weiterentwickelt habe.
Montag 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

Ida PfeifferReisen und Expeditionen Ida Pfeifer Weltreisende im Biedermeier Der Sinn von Expeditionen Die Schlagintweits und das Weltwissen Das Kalenderblatt 15.10.1844 Johann Strauß Sohn tritt erstmals mit eigenem Orchester auf Von Xaver Frühbeis Ida Pfeifer - Weltreisende im Biedermeier Autorin: Henriette Wrege / Regie: Irene Schuck Mitte des 19. Jahrhunderts trat die Wienerin Ida Pfeiffer ihre erste von fünf großen Reisen an. Sie betrat viele Länder als erste Weiße - vor allem als erste weiße Frau. Die Strapazen von Fernreisen um 1850 machten ihr nichts aus. Sie wollte schon als Kind hinaus in die weite Welt. Das war allerdings mit den Konventionen ihrer Zeit - des Biedermeier - nicht vereinbar. Bevor sie ihrem Forschungs- und Entdeckerdrang folgen konnte, musste sie erst einmal ihre Pflichten als Hausfrau und Mutter erfüllen. Im März 1842 war es dann soweit. Im Alter von 45 Jahren begann sie ihre Träume zu verwirklichen. Kreuz und quer reiste sie um die Welt: von Palästina ging es unter anderem nach Skandinavien, es folgten Nord- und Südamerika, China, Indien und einige afrikanische Länder, wie Madagaskar. Um die Reisen zu finanzieren, schrieb sie ihre Beobachtungen auf. Eine Lektüre, die nicht nur der Unterhaltung des gehobenen Bürgertums diente, sondern auch der Wissenschaft. Sie brachte viele Pflanzen, kleine Tiere und Mineralien von ihren Reisen mit zurück nach Wien. Einige sind sogar nach ihr benannt worden wie eine Wasserfroschart aus Madagaskar "Rana idae". Der Sinn von Expeditionen - Die Schlagintweits und das Weltwissen Autorin: Bettina Weiz / Regie: Martin Trauner Tibetisches Edelweiß, Ochsenfrösche, Steine, Wasser, ganze Bäume - die Münchner Brüder Hermann, Adolph und Robert Schlagintweit brachten von ihrer Indien-Expedition 1854 - 1858 nach Bayern mit, was ihnen von die Forschernasen kam. Außerdem malten sie Landschaften, beobachteten, wie magnetisch die Erde war, fotografierten Menschen, vermaßen sie, nahmen ihre Ebenbilder in Form von Gipsmasken mit nachhause und, und, und. Ihr Anspruch auf Wissen und Erkenntnis war allumfassend. Dazu hatte sie Alexander von Humboldt inspiriert. Der preußische Baron hatte selbst ausgiebig Expeditionen in entfernte Erdteile gemacht. Bis heute prägt seine Vorstellung davon, dass Wissenschaft auf Erfahrungen in der Welt beruht und die Grenzen einzelner Disziplinen wie Botanik, Geologie oder Zoologie überschreiten muss das Verständnis von Bildung in Deutschland. Das Beispiel der Schlagintweits zeigt die Chancen und Grenzen von Expeditionen. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Datenpunkte im Informationszeitalter

1918, 1968, 1971, 1947 (1). Gestaltung: Julia Gindl und Sarah Kriesche Die Radiokollegreihe "Datenpunkte im Informationszeitalter" rollt anhand von Ereignissen und Momenten der Technikgeschichte die Entwicklung der Informationsgesellschaft im 20. Jahrhunderts auf. Jahreszahlen dienen als Ausgangspunkt für Beiträge über neue Ideen, Thesen, Erfindungen und Arbeiten. Ihnen gemeinsam ist, dass sie in der Vergangenheit Grundsteine für die Zukunft legten, auf die unsere Gegenwart im 21. Jahrhundert aufbaut. *1918 Drohnen* Am 4. Oktober fand der Erstflug des "Kettering Bug" statt, eines unbemannten Flugkörpers, den der Erfinder Charles Franklin Kettering entwickelte. Im letzten Jahr des ersten Weltkriegs waren Ideen, wie man Bomben zu einem schwer erreichbaren Ziel bringen konnte, ohne das Leben der Piloten zu gefährden, Treiber für den unbemannten Flugverkehr. Bereits 69 Jahre zuvor hatte ein Österreicher, Franz Freiherr von Uchazius, die, für die damalige Zeit, visionäre Idee, Ballone, beladen mit Bomben ins feindliche Lager zu schicken. Die Vision, ein unbemanntes Flugobjekt ferngesteuert an ein beliebiges Ziel fliegen zu lassen, sollte sich im Lauf der Zeit unter dem Sammelbegriff "Drohne" weiterentwickeln. In den 1960er-Jahren öffnete allen voran Israel die Türen für eine neue Disziplin, aus der Drohnen nicht mehr wegzudenken sind: Den Aufklärungsflug. In den 1960er-Jahren öffnete allen voran Israel die Türen für eine neue Disziplin: Den Aufklärungsflug. Aber auch in der Land und Forstwirtschaft will man mit Hilfe der smarten Beobachter aus der Luft zum Beispiel Schädlinge frühzeitig entdecken, in der Unterhaltungsindustrie sollen Drohnen spektakuläre Luftaufnahmen liefern und in Wüstenstaaten wie etwa Dubai laufen bereits die ersten Tests um mit sogenannten "Flugtaxis" künftig auch Personen mit eigenen Drohnen durch die Lüfte transportieren zu können.
Montag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Das Schlagzeug als Antriebsmaschine der Musik

firma ludwigVon der Marschtrommel zum Drumset (1). Gestaltung: Lukas Tremetsberger Das Schlagzeug verdankt die Musikwelt einem Verbot. Mit den "No Drumming Laws" wurde es Afroamerikanern in den USA bis Mitte des 19. Jahrhunderts untersagt, ihre traditionellen Trommeln - Werkzeuge der Revolte - zu spielen. Man wich auf orientalische Trommeln, Becken und auch auf den eigenen Körper aus, spielte mit beiden Händen und Füßen. Wurden in Marching Bands die einzelnen Schlaginstrumente - Kleine Trommel, Große Trommel, diverse Becken - einzeln von mehreren Musikern gespielt, kombiniert ein Drumset diese Instrumente. Das gelang durch die Entwicklung des Pedals, einer Innovation, mit dem Musiker die am Boden liegende große Basstrommel mit dem Fuß spielen konnten. Man hatte nun die Hände frei für Snare Drum, andere kleine und große Trommeln und viele Becken. Im Jahr 1918 brachte die Firma Ludwig aus Chicago das erste Drumset auf den Markt. Damit konnte ein Musiker allein alles spielen. Das Schlagzeug kann seine Gestalt anpassen, wie kaum ein anderes Musikinstrument. Universell einsetzbar, von minimalistischer Ausführung in Jazz-Formationen bis zu pompösen Maschinen der Rock-Bands, die zusammengestellt aus unzähligen Trommeln und Becken den optischen und rhythmischen Schwerpunkt bilden. Am Schlagzeug lässt sich die Musikgeschichte der vergangenen 100 Jahre verfolgen.
Montag 09:45 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

münchner abkommenDas Münchner Abkommen Der letzte Friede vor Hitlers Krieg Die Deutschen im Sudetenland Zwischen 1919 und 1946 Das Kalenderblatt 15.10.1844 Johann Strauß Sohn tritt erstmals mit eigenem Orchester auf Von Xaver Frühbeis Das Münchner Abkommen - der letzte Friede vor Hitlers Krieg Autorin: Sabine Straßer / Regie: Sabine Kienhöfer In der Nacht zum 30. September 1938 fällt im Münchner "Führerbau" eine folgenschwere Entscheidung. Der britische Premier Chamberlain und der französische Ministerpräsident Daladier haben den italienischen Diktator Mussolini zum Vermittler in der Sudetenkrise bestellt. Heraus kommt am Ende ein Abkommen mit Adolf Hitler: Deutschland darf mit offizieller Genehmigung der Westmächte das mehrheitlich deutschsprachig besiedelte Sudetenland in der Tschechoslowakei besetzen. England und Frankreich wollen mit dieser Beschwichtigungspolitik, die unter dem Namen "Appeasement" in die Geschichte eingeht, den Krieg verhindern. Winston Churchill schleudert seiner Regierung danach im Parlament entgegen: "Sie hatten die Wahl zwischen Krieg und Schande. Sie haben die Schande gewählt und werden den Krieg bekommen." Er sollte Recht behalten. Hitler holt die Sudetendeutschen "heim ins Reich" - und marschiert knapp ein Jahr später, am 1. September 1939, in Polen ein. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die Deutschen im Sudetenland - zwischen 1919 und 1946 Autor und Regie: Rainer Volk Als Böhmen und Mähren Teil des Habsburger Reiches waren, sprach "man" deutsch. Tschechisch galt als Sprache der Hausangestellten und Bauern. Trotzdem lebten Deutsche und Tschechen mehr oder weniger gut neben- und miteinander. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, nach dem Ende der Donaumonarchie wurde das von Asch im Westen bis Troppau im Osten reichende deutsche Siedlungsgebiet Teil der neu entstandenen Tschechoslowakei; und die verstand sich - trotz einer großen deutschen und einer großen ungarischen Minderheit - als Nationalstaat. Viele Deutsche - aber eben nicht alle - wünschten sich deshalb einen Anschluss an Deutschland. Die Sendung erzählt die Geschichte der Deutschen im Sudetenland, zwischen 1919 und 1946, als die meisten aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Moderation: Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Georg Nüßlein15 Jahre im Bundestag Vom Novizen zum alten Hasen Von Martin Hartwig Am Anfang der 15. Legislaturperiode des deutschen Bundestages (2002 - 2005) nahm Zeitfragenautor Martin Hartwig Kontakt zu vier neuen Bundestagsabgeordneten auf und begleitete sie durch ihr erstes Jahr als Berufspolitiker. Er hörte ihre ersten Reden im Plenum und besuchte sie im Wahlkreis. Seitdem ist viel passiert: Die SPD verlor die Führung in der Regierung und wurde nur noch zweite Kraft im Kabinett Merkel I, wie in der Folge auch in den Kabinetten Merkel III-IV. Finanzkrise, Flüchtlingsdebatte, Aufstieg von IS, AFD und Wutbürgern, Wirtschaftsboom, Brexit, Trump, sozialen Medien ... Karrieren begannen und manche endeten. Von den vier Abgeordneten von 2003 sind heute nur noch die Männer (Markus Kurth (B 90/Grüne) und Georg Nüßlein (CSU) dabei. Die beiden Frauen Angelika Brunkhorst (FDP) und Petra Hess (SPD) sind ausgeschieden. Ob die Geschlechterbilanz zufällig so ausfällt, ist eine der Fragen an die vier Akteure am Anfang der 19. Legislaturperiode.
Montag 19:30 Uhr

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WDR5

Dok 5 - Das Feature

PopulistischeDunkelkammern der Demokratie Populistische Stimmungsmacher und ihre Schattenspender Von Peter Kreysler Aufnahme des DLF 2018 Schattenspender haben den AfD-Wahlkampf mit geschätzt 13 Millionen Euro unterstützt - ohne, dass dieses Geld in den Büchern auftaucht. Die Partei versucht nun, Strafzahlungen zu vermeiden. Auch in England kamen erhebliche Mittel für die Brexit-Kampagne aus nebulösen Quellen. Überall in Europa profitieren populistische Parteien von Schattenspendern. Mit großen Summen unbekannter Herkunft werden manipulative Wahlkämpfe geführt. Die Wahlkommissionen agieren hilflos, die Spender bleiben anonym. Um ihre Macht zu stärken, nutzen populistische Parteien die lockeren Parteiengesetze aggressiv aus. Anonyme Großspender pumpen zweistellige Millionenbeträge in Wahlkämpfe. Für die Brexit-Kampagne in Großbritannien zahlte der Geschäftsmann Arron Banks 12 Million Pfund - angeblich aus seinem Privatvermögen, obwohl es seine finanziellen Mittel bei weitem überstieg. In Deutschland nutzte die AfD wohl einen Trick, um über einen Verein Gleichgesinnter die Wahlkampfkasse prall zu füllen. Die tatsächliche Quelle der beiden Millionenspenden blieb bisher unbekannt. Die Wahlkommissionen in England wie in Deutschland konnten die wahren Spender nicht ermitteln. Mit den Geldern wurden polarisierende, emotionalisierende Wahlkämpfe geführt. Populisten sprachen mithilfe des Internets und sozialer Medien Bürger direkt an, verbreiteten Halbwahrheiten oder glatte Fehlinformationen. Firmen wie Cambridge Analytica konnten dank umfangreicher illegal erworbener Daten Bürger punktgenau kontaktieren und manipulieren. Inzwischen dämmert der Politik, welche Gefahr in dieser Entwicklung steckt, wie die Fundamente der Demokratie zerbröseln. Veraltete Regulierungen und Gesetze greifen nicht mehr. Nicht nur Bürger fordern deshalb kompromisslose Transparenz: Wenn die Helfer der Populisten weiter im Dunkeln agieren können, wird das den Diskurs in unserer politischen Kultur grundlegend verändern.
Montag 20:04 Uhr

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Radiokolleg

weißrusslandWeißer Fleck in Europa. Weißrusslands unsicherer Kurs zwischen Ost und West (1). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Datenpunkte im Informationszeitalter. 1918, 1968, 1971, 1947 (1). Gestaltung: Julia Gindl und Sarah Kriesche Von der Marschtrommel zum Drumset. Das Schlagzeug als Antriebsmaschine der Musik (1). Gestaltung: Lukas Tremetsberger
Montag 22:08 Uhr

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Eins Live

1LIVE Soundstories

philip stegersHörspiele und Features. Wirklichkeiten neu montiert Being Nico Von Andrea Halter und Philip Stegers bis 24:00 Uhr Sie ist der einzige internationale Popstar, den Deutschland jemals hatte. Die Sängerin Nico war It-Girl, Femme fatale und abgedrehte Mondgöttin zugleich. Mit ihren grabestiefen Hymnen gilt sie als Vorreiterin der Gothic-Musik. Ein Leben ohne Kompromisse. Als Christa Päffgen 1938 in Köln geboren, wird Nico zunächst internationales Topmodel und Fellini-Schauspielerin. Sie bekommt ein Kind von Alain Delon, doch in ihrem Bohèmeleben ist kein Platz für eine klassische Mutterrolle. In New York wird Nico die Muse von Andy Warhol, der sie 1966 als Sängerin in der Kult-Band The Velvet Underground unterbringt. Ihr Liebhaber Jim Morrison ermuntert sie, eigene Songs zu schreiben. Auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit bricht sie Ende der 1960er Jahre mit ihrem Image als blonde Kunstfigur, um als mystisch-morbide Chanteuse ihre eigene künstlerische Identität zu finden. Der Absturz ist vorprogrammiert. Bis zu ihrem Tod 1988 tingelt sie wenig erfolgreich mit einem Harmonium durch die Welt, um ihre Heroinsucht zu finanzieren. Das Manuskript wurde gefördert mit einem Stipendium der Film- und Medienstiftung NRW.
Montag 23:00 Uhr

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