Ö1

Radiokolleg - Reizvoll, symbolträchtig und gefährdet - Das Wunder Busen

Der weiblichste Körperteil aus verschiedenen Perspektiven (1). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht Klein, groß, rund, spitz, birnen- oder apfelförmig - der Busen, das sichtbarste Zeichen für Weiblichkeit, kennt viele Ausprägungen; und dieses hauptsächlich aus Fett- Binde- und Drüsengewebe bestehende Gebilde ist ein ganz besonderes Organ, das auch - wie kein anderes - für Selbst- und Fremdbewertungen herhalten muss. Von Anfang an stehen Brüste unter Beobachtung: Heranwachsende Mädchen verfolgen aufmerksam deren Entwicklung, von außen wird kommentiert und verglichen - eine höchst intime und private Angelegenheit ist damit von vornherein ein Fall öffentlichen Interesses. Eine Sonderstellung hat der Busen auch aus evolutionsbiologischer Sicht: Denn im Unterschied zu allen anderen Säugetieren sind die Brüste einer Frau auch dann prall, wenn sie nicht stillt. Erklärt wird das vor allem durch den aufrechten Gang des Menschen, der den vormals freien Blick auf das Hinterteil und damit auf das Geschlecht versperrte; daraufhin, so die Annahme, habe ein anderer Teil des weiblichen Körpers die "erotische Werbefunktion" übernommen - der Busen als eine Art "Frontal-Popo". Es gibt aber auch die Vermutung, die Brust sei deshalb so stark nach außen gewölbt, damit Säuglinge beim Trinken nicht ersticken. Dass der Busen sexuell derart aufgeladen ist, könnte - wie manche meinen - auch dem männlichen Blick der Wissenschaft geschuldet sein; zumal man mittlerweile weiß, dass dessen Faszinationskraft nicht überall auf der Welt gleich groß ist. So sind in vielen Kulturen, in denen Frauen ihre Brüste nicht verhüllen, diese keineswegs eine so große Quelle erotischer Phantasien wie in unseren Breiten. In seiner Doppelbedeutung - als Symbol der Weiblichkeit, der Erotik und Sexualität einerseits und der Mütterlichkeit und nährenden Fürsorge andererseits - erzeugt der Busen oft seelische Konflikte, Phantasien und Irritationen. Da er so eng mit dem Selbstverständnis einer Frau verbunden ist, werden Erkrankungen der Brust, wie der in westlichen Industrieländern weitverbreitete Brustkrebs, häufig sogar als Erkrankungen der ganzen Persönlichkeit wahrgenommen. Wie Brüste präsentiert werden und wie diese "idealerweise" auszusehen haben, ist wechselnden Moden unterworfen. Insofern ist die Brust ein "Modellierobjekt" des jeweiligen Zeitgeistes, von dem sich viele Frauen bis heute tyrannisieren lassen. Und immer wieder ist die weibliche Brust instrumentalisiert worden - politisch und vor allem kommerziell, um alles - vom Krieg bis zum Auto - zu vermarkten. Der Blick auf den Busen mag sich in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach gewandelt haben. Konstant geblieben ist jedenfalls die anhaltende Beschäftigung mit diesen symbolgeladenen weiblichen Rundungen.
Montag 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

HetärenSex und Ehe im Patriarchat Hetären Geliebte mit Bildung und Geist Die Geschichte der Ehe Liebe und Recht seit der Romantik Das Kalenderblatt 10.12.1913 Rabindranath Tagore erhält den Literaturnobelpreis Hetären - Geliebte mit Bildung und Geist Autorin: Katalin Fischer / Regie: Christiane Klenz Während der Besuch bei einer Prostituierten im alten Griechenland kaum teurer war als ein Mittagessen, konnte die Gesellschaft von Hetären ein Vermögen kosten. Sie begeisterten die reichen Männer mit Eleganz, Bildung und Sex und waren das Gegenteil der braven Frau zuhause. Die griechische Ehe war etwas völlig anderes, als wir heute mit Ehe verbinden. Die Männer heirateten mit etwa dreißig Jahren, doch die Frauen oder Mädchen, die sie heirateten, waren erst etwa fünfzehn. Für erwachsene Männer waren die meisten von ihnen also noch keine besonders interessante Gesellschaft. So suchten sich die wohlhabenden Männer anregendere Gesellschaft - vor allem für das Symposion, das Gastmahl. Symposien waren das Zentrum aristokratischen Lebens und eng verknüpft mit dem Hetärentum. Die Geschichte der Ehe - Liebe und Recht seit der Romantik Autorin: Renate Kiesewetter / Regie: Sabine Kienhöfer "Die Ehe ist nie ein Letztes, sondern Gelegenheit zum Reifwerden." Wenn Johann Wolfgang von Goethe, der Dichter, Naturwissenschaftler und Staatsmann die Ehe als "Anfang und Gipfel aller Kultur" ansah, so werden ihm auch heute noch viele beipflichten - trotz der häufig beschworenen Krise der Ehe. Steht doch die Ehe als weithin akzeptierte und praktizierte Familienform auch bei den Jungen in der Gesellschaft weiterhin hoch im Kurs. Immerhin sind nach den Statistiken mehr als 50 Prozent der Deutschen in erster Ehe verheiratet. Erstaunlich wirkt allerdings, dass es Anfang des 19. Jahrhunderts etwa in Bayern - zumindest den Zahlen nach - auch nicht anders aussah: Auch da gab es 50 Prozent Singles, aber aus ganz anderen Gründen. Damals ging es vor allem darum, überhaupt heiraten zu dürfen. Erst seit der Französischen Revolution mit der Ablösung der Ständegesellschaft und dem Wunsch nach Bevölkerungswachstum rückte die Ehe für die europäischen Staaten stärker in den Blickpunkt. Von der Romantik bis in unsere Tage hinein hat die Lebensform Ehe manchen Wandel mitgemacht und die Handlungsspielräume für Ehemänner und Ehefrauen, für Familien und Kinder von der patriarchalischen bis zur paritätischen Ausgestaltung sehr verändert. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Das ABC der Finanzwelt

EigenkapitalE wie Eigenkapital, F wie Finanzmarktaufsicht, G wie Great Depression, H wie Hypothek (1). Gestaltung: Marlene Nowotny und Juliane Nagiller *E wie Eigenkapital* Eine zentrale Lehre aus der letzten Finanzkrise lautet: Banken brauchen mehr Eigenkapital. In den Boom-Jahren vor der Krise gingen die Banken hohe Risiken ein und hatten gleichzeitig wenig Eigenkapital, um Verluste einer Krise, eines "Bust" aufzufangen. Eine neue Eigenkapitalvereinbarung, kurz Basel III genannt, soll Banken krisenfest machen, indem sie einen höheren Anteil an Eigenkapital vorweisen müssen. Unter Eigenkapital versteht man ganz allgemein das Kapital eines Unternehmens, Staates oder Privathaushalts, das man erhält wenn man alle Vermögenswerte zusammenzählt und davon die Schulden abzieht. Erzielt ein Unternehmen Gewinne, erhöht sich das Eigenkapital. Erleidet ein Unternehmen Verluste, verringert sich das Eigenkapital. Für Gläubiger und Ratingagenturen ist die Eigenkapitalquote, also das Verhältnis von Eigenkapital zum Gesamtkapital, eine wichtige Kennzahl. An ihr wird die Kreditwürdigkeit gemessen. Um Eigenkapital zu beschaffen, können Unternehmen an der Börse Aktien emittieren oder Risikokapital einsammeln. Wann ist ein Unternehmen mit angemessenem Eigenkapital ausgestattet? Und reichen die Eigenkapitalvorschriften für Banken aus, um krisenfester zu sein? Gestaltung: Juliane Nagiller Das ABC der Finanzwelt
Montag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Wiener Opernhäuser mit Tradition

Wiener OpernhäuserZur Geschichte der Staats- und Volksoper (1). Gestaltung: Alexandra Faber Auf stolze 150 Jahre kann die Staatsoper zurückblicken, die Volksoper hingegen feiert ihr 120-Jahr-Jubiläum. Grund genug, um zurückzublicken: Und zwar auf die Entstehung der Häuser, ihre Glanzzeiten, aber auch die dunklen Kapitel wie etwa während des Nationalsozialismus. Berühmte Direktoren wie Gustav Mahler haben das "Haus am Ring" geprägt - seine Ansprüche an die Probenarbeit und an die szenische Umsetzung der Opern waren damals ungewöhnlich, heute ist diese Art der akribischen Arbeit selbstverständlich. Auch unbekanntere Direktoren sollen in der Sendung "vor den Vorhang" geholt werden - wie etwa Wilhelm Jahn oder Franz von Jauner. In der Volksoper erlebten Werke wie "Tosca" oder "Salome" ihre Erstaufführung, Alexander von Zemlinsky wirkte hier als Dirigent. War die Volksoper ursprünglich als Theater für Schauspielstücke erbaut worden, entwickelte sie sich später zum "ersten Haus" für die Operette. Immer wieder gibt es Berührungspunkte zwischen den Häusern, etwa, wenn Sängerinnen und Sänger von einem Haus zum anderen wechseln. Ein Streifzug durch die Wiener Operngeschichte von Alexandra Faber
Montag 09:45 Uhr

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WDR5

Neugier genügt

Feature: Portrait Tanja Menz, Soldatenmutter Wiederholung: Di 04.03 Uhr 11.00 WDR aktuell, Verkehrslage
Montag 10:04 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

bronislaw malinowskiEuropäer in fremden Welten Bronislaw Malinowski Der Pole im Pazifik Gertrude Bell Die britische Wüstenkönigin Das Kalenderblatt 10.12.1913 Rabindranath Tagore erhält den Literaturnobelpreis Von Frank Halbach Bronislaw Malinowski - Der Pole im Pazifik Autorin: Bettina Weiz / Regie: Kirsten Böttcher Die Welt kann auch komplett anders funktionieren und verstanden werden, als wir gemeinhin meinen. Das hat der Ethnologe Bronislaw Malinowski mit seiner Arbeit gezeigt. Zum Beispiel wie es geht, dass Menschen in Frieden mit ihren - teils weit entfernten - Nachbarn leben und Handel treiben. Unserer Vorstellung nach gibt es dafür Völkerrecht, Handelsverträge und Institutionen wie die EU, die G20 oder die Vereinten Nationen. Im Pazifikraum dagegen gab es dafür ausgeklügelte Rituale und das, was Malinowski in der Sprache des frühen 20. Jahrhunderts "Magie" nannte. Jahrelang hat er das alles erforscht, und zwar - das war zu seiner Zeit revolutionär - vor Ort. Er hat in Dörfern auf abgelegenen Inseln gewohnt, hat die Sprache der Trobriander gelernt, hat präzise beobachtet und versucht, sich auf die fremde Gedankenwelt einzulassen. Sein Beispiel zeigt auch, wie schwierig das ist. Aber Malinowskis überragende Bedeutung in der Wissenschaft bis heute macht klar, dass es sich lohnt. Gertrude Bell - Die britische Wüstenkönigin Autorin: Ulrike Beck / Regie: Susi Weichselbaumer Das Leben der britischen Forschungsreisenden, Historikerin, Archäologin und Schriftstellerin Gertrude Bell ist an spannenden Abenteuern kaum zu überbieten. Am 14. Juli 1868 wird die Industriellentochter bei Newcastle geboren. Als eine der ersten Frauen studiert sie in Oxford Geschichte und beginnt Arabisch, Türkisch und Persisch zu lernen. Statt zu heiraten, bricht sie zu Reisen in den Mittleren Osten auf. 1892 lebt sie ein halbes Jahr in Teheran, sieben Jahre später durchquert sie zum ersten Mal alleine die syrische Wüste. 1909 bricht Gertrude Bell zu ihrer Expedition quer durch Mesopotamien bis nach Bagdad auf und lernt dabei Scheichs und Stammesfürsten kennen, mit denen zuvor noch kein Europäer gesprochen hat. Sie nennen die Frau mit den roten Haaren und den grünen Augen respektvoll die "Tochter der Wüste". Gertrude Bell hat Kontakte und kennt sich in der Region zwischen Basra und Bagdad bald so gut aus wie niemand anderes sonst. Das macht sie für den britischen Geheimdienst interessant, der sie mit Beginn des Ersten Weltkrieges als "Orientsekretärin" einsetzt. Von 1917 an lebt Gertrude Bell in Bagdad und wird mit der Unabhängigkeit des Landes zur politischen Beraterin des neuen Königs Faisal. Zwei Tage vor ihrem 58. Geburtstag stirbt sie am 12. Juli 1926 an einer Überdosis Schlaftabletten. Moderation: Thies Marsen Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

ReligionsgemeinschaftenGlaube und Demokratie Wie viel Teilhabe erlauben Religionsgemeinschaften Von Mechthild Klein Religionsgemeinschaften können sich in einer Demokratie frei entfalten. In Deutschland nutzen sie Steuerprivilegien, können ihre Priester, Imame und Gelehrten sowie Religionslehrer an der Universität ausbilden lassen. Sie dürfen ihren Angestellten verbieten zu streiken oder wieder zu heiraten. Doch die Religionsfreiheit kennt auch Grenzen, und Gesetze sind nicht in Stein gemeißelt. Wo traditionelle Vorstellungen den Errungenschaften der Demokratie gegenüberstehen, entstehen Spannungen. Was fordert der Gesetzgeber? Wie reagieren christliche, jüdische und islamische Gemeinden auf Fragen nach Geschlechtergerechtigkeit, nach Teilhabe und gleichen Rechten für Homosexuelle und Frauen?
Montag 19:30 Uhr

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WDR5

Dok 5 - Das Feature

boniface mabanzaLumumbas Erbe Ein Lobbyist kämpft für Afrika Von Johanna Bentz und Veronica Frenzel Aufnahme des WDR 2018 Der Deutsch-Kongolese Boniface Mabanza ist fest überzeugt: Die Lösungen für Afrika liegen in Afrika selbst. Nur in Europa und im Westen weiß niemand davon. Als Lobbyist für seinen Kontinent ist er angetreten, das zu ändern. Nicht Charity oder Entwicklungshilfe sind die Lösung für Afrika, sondern Empowerment und radikales Umdenken - das ist Boniface Mabanzas Mission. Dafür ist er dauernd unterwegs, in Deutschland, Europa, Afrika. Regelmäßig fliegt er zu Treffen, in denen die Zivilgesellschaft auf dem südlichen Kontinent unterstützt, informiert und vernetzt werden soll. Unermüdlich kämpft er für gerechte Arbeitsbedingungen und faire Chancen. Und immer ist er auf der Suche nach leuchtenden Vorbildern, nach eigenen Ansätzen, die funktionieren. Vor der Küste Senegals, am westlichsten Zipfel des Kontinents, liegt die kleine Insel Ngor. Dort gibt es eine Dorfgemeinschaft mit eigenem Parlament, die solidarisch organisiert ist. Daran denkt Boniface Mabanza, wenn er zwischen Berlin und Brüssel seine nächsten Termine koordiniert.
Montag 20:04 Uhr

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Bremen Zwei

Feature

radio bremenPassage für New York Die erste Reise des Lloyd-Schiffes "Gripsholm" Eine Reportage aus dem Jahre 1954 Von Paul Dieter Kümper Paul Dieter Kümper, RADIO BREMEN-Reporter der ersten Stunde, fand 1994 beim Aufräumen ein altes Tonband aus dem Jahre 1954, das der Pensionär mit einigen freundlichen Worten in der Redaktion des Heimatfunks abgab. "Vielleicht können Sie damit ja etwas anfangen. Im RADIO BREMEN-Archiv jedenfalls gibt es diese Sendung nicht mehr. " Als ein wahrer Schatz entpuppte sich das unscheinbare Tonband: nämlich als Mitschnitt einer großangelegten Reisereportage von Bord des Lloyd-Schiffes "Gripsholm". Erstmals war ein Bremer Radioreporter mit seinem tragbaren Tonbandgerät auf Reisen gewesen und hatte sich mit hörbarer Begeisterung des technischen "Wunderwerkes" bedient. Eine köstliche, zeitgenössische maritime Bremensie internationalen Zuschnitts. Produktion: Radio Bremen 1954
Montag 21:00 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

BusenReizvoll, symbolträchtig und gefährdet - Das Wunder Busen. Der weiblichste Körperteil aus verschiedenen Perspektiven (1). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht Das ABC DER FINANZWELT. E wie Eigenkapital, F wie Finanzmarktaufsicht, G wie Great Depression, H wie Hypothek (1). Gestaltung: Marlene Nowotny und Juliane Nagiller Wiener Opernhäuser mit Tradition. Zur Geschichte der Staats- und Volksoper (1). Gestaltung: Alexandra Faber
Montag 22:08 Uhr

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Eins Live

1LIVE Soundstories

jim morrisonHörspiele und Features. Wirklichkeiten neu montiert Not to Touch the Earth Von Tom Noga Es wirken mit: Jaron Loewenberg, Torsten Sense, Magdalene Artelt, Lisa Adler, Bettina Kurth, Dietrich Hollinderbäumer, Joachim Kaps, Wolfgang Condrus und Viktor Neumann Im O-Ton: Thomas Collmer Regie: Thomas Leutzbach bis 24:00 Uhr Ein Trip in die mythische Welt des Jim Morrison
Montag 23:00 Uhr

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