Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Punkt eins

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Von Narren und Weisen". Die evangelische Theologin Luise Müller lüftet in ihren "Gedanken für den Tag" so manche Maske. "Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er in eigener Person spricht. Gib ihm eine Maske, und er sagt die Wahrheit", lautet eine Weisheit des englischen Schriftstellers Oscar Wilde. Masken und Rollen, Narren und Weise, Rio de Janeiro und Venedig, oder einfach einmal aus der Alltagshaut fahren. Nicht nur der Fasching hat viele Gesichter. Die evangelische Theologin Luise Müller lüftet in ihren "Gedanken für den Tag" so manche Maske.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Helmut Jasbar. 1776 war ein interessantes Jahr für die Menschheit. Luigi Boccherini begann die Arbeit an seinen Sechs Streichsextetten Op. 23, Wolfgang Amadeus Mozart schrieb die "Haffner Serenade". Das wichtigste Ereignis jedoch begab sich jenseits des Atlantiks. Am 4. Juli 1776 wurde die zu großen Teilen von Thomas Jefferson verfasste amerikanische Unabhängigkeitserklärung veröffentlicht, gemeinhin angesehen als eines der wichtigsten Dokumente der Geschichte. Unverzichtbar und stolz der Satz: "Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit." (Pennsylvanischer Staatsbote vom 5. Juli 1776).

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Die Raumfahrtingenieurin Gisela Detrell über Weltraumbotanik. Teil 4: Biologie oder Technik? Gestaltung: Lothar Bodingbauer Der Aufenthalt im Weltraum kann wie ein Ausflug sein. Für kurze Ausflüge ist es günstig, Proviant von zuhause mitzunehmen. Bei längeren Ausflügen wird man auch Ressourcen unterwegs nützen. Kürzere Ausflüge - das sind die Aufenthalte auf der internationalen Raumstation ISS, die sich in der Erdumlaufbahn befindet. Längere Aufenthalte sind längere Flüge - zum Mond oder zum Mars. Die Lebenserhaltungssysteme im Raumschiff müssen bei längeren Ausflügen im All nicht nur für Wasser und Sauerstoff sorgen, sondern sie müssen auch Nahrung produzieren. Während Wasser und Sauerstoff durch technische Geräte produziert werden kann, braucht die Bereitstellung von Nahrungsmittel ganz einfach "Leben". Leben ist aber komplex und braucht selbst wieder Lebenserhaltungssysteme: Energie. Licht. Atmosphäre. Was dabei im Raumschiff fehlt, sind Puffer, große Mengen an Umgebungsluft, die Abweichungen vom Idealzustand auffangen können. Die Forschung über Botanik im All beginnt bei den Algen. Sie kommen mit Schwerelosigkeit gut zurecht, können in einer Nährflüssigkeit wachsen, und weisen je nach Art eine ganze Bandbreite an Umgebungsbedingungen auf, in denen sie wachsen können. Sie könnten als Nahrungsmittel dienen. Höhere Pflanzen stellen größere Anforderungen an ihre Umgebung. Beherrscht man die Gestaltung der Lebensbedingungen im Raumschiff, haben Pflanzen auch einen großen Vorteil - sie bieten den Astronautinnen und Astronauten das Gefühl von Leben, um das sie sich kümmern müssen - eine psychologische Komponente. Die Forschungen im Bereich der Weltraumbotanik werden zwar anlassbezogen für die Reise zum Mars gemacht, haben aber vor allem Auswirkungen auf die Produktion von Nahrungsmitteln auf der Erde. Geschlossene Kreisläufe machen Abwässer und Insektengifte obsolet.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Der Exzess

Faszinosum und Bedrohung von Grenzüberschreitungen (4). Gestaltung: Thomas Mießgang In Lexika wird der Exzess als "Überschreitung von Grenzen beschrieben", als "Ausschweifung" und als "Maßlosigkeit". Der Exzess verläßt also die statistisch erhobenen gesellschaftlichen Mittelwerte, man könnte auch sagen: das Mittelmaß, um an den extremen Enden der Seinsbedingungen radikale existentielle Möglichkeiten in ihrer Tiefe und Grenzwertigkeit auszuloten. Der Exzess ist ein ständiges Faszinosum, aber auch eine Bedrohung. Viele fürchten und meiden ihn und richten sich in den ´safe houses` umfassend kontrollierter und abgesicherter gesellschaftlicher Umgebungen ein. Andere wiederum werfen sich ihm auf eine Weise in die Arme, dass sie daran zuschanden gehen. Die Liste von Popstars, Schriftstellern, Künstlern, die ihr Leben dem Exzess geopfert haben, ist lang und wird immer noch fortgeschrieben: Jimi Hendrix, Janis Joplin, River Phoenix, Malcolm Lowry, Charlie Parker, Amy Winehouse und so weiter. Charles Baudelaire hat für den exzessiven Gebrauch toxischer Substanzen den Begriff "künstliche Paradiese" geprägt und sie als "Mittel, die Individualität zu steigern" angepriesen. Doch der Exzess ist nicht nur an Künstlermilieus gekoppelt, sondern wird auch in ganz anderen gesellschaftlichen Sektoren angesteuert: Die Rekordsucht im kommerziell ausgerichteten Leistungssport hat dazu geführt, dass Dopingexzesse mittlerweile fast schon achselzuckend als selbstverständliches Begleitrauschen zur Kenntnis genommen werden, die Exzesse eines mehrheitlich deregulierten Finanzkapitalismus haben die globale Ökonomie in Schräglage gebracht. Und wenn der Begriff ein wenig weiter gefasst wird, enthält er auch die Revolution/ den Krieg als Exzess des Politischen, sowie das vor allem seit dem Mittelalter zelebrierte Phänomen des Faschings, bei dem sich eine gesellschaftliche "Umwertung der Werte" vollzieht, und der ´Karnevalismus`, wie er vom russischen Philosophen Michail Bachtin definiert wurde, Autoritäten und Herrschaftspraktiken herausfordert. Der französische Theoretiker Gilles Lipovetsky wiederum spricht im Hinblick auf eine durch Formenexzesse - Hypermarkt, Hypertext, hunderte von Fernsehkanälen, Milliarden von Websites - gekennzeichnete mediale Gegenwart von "Hypermoderne", die häufig den Charakter einer Zivilisationskrise annehme und zu einer extremen Fragilität des Individuums führen könne. Der Exzess ist also, sowohl in seiner historischen und kulturgeschichtlichen Tradition, wie auch in seiner durch Mediatoren wie Club-Dj`s oder InfluencerInnen vermittelten digitalen Gegenwart ein ständiges Ferment gesellschaftspolitischer Entwicklungsprozesse und hat einen janusköpfigen Charakter: In gewisser Weise benötigt das Individuum den Exzess, um seine eigenen Möglichkeiten und Grenzen auszutesten; erst die Grenzüberschreitung vermittelt die Kenntnis vom eigenen Maß und von den Bedingungen und Grenzen des Existenz. In diesem Sinne darf man sich - cum grano salis - auch heute noch an einer Parole von Charles Baudelaire orientieren: "Berauscht euch!

09.30 Uhr
Radiokolleg - Politik in Zahlen

Die Macht der Statistik (4). Gestaltung: Ilse Huber Zahlen, Daten, Fakten. Seit jeher bilden sie die Basis für Entscheidungen. Doch besonders in Zeiten, wo vieles angezweifelt, hinterfragt und kritisiert wird - Stichwort alternative Fakten - rückt die Herkunft der Daten immer mehr in den Mittelpunkt. Entscheidungsträger/innen, Behörden und Gesundheitswächter berufen sich bei ihren Aktivitäten auf solides Zahlenmaterial. Ob es sich um die Anzahl der Einwohner, die Rate der Arbeitslosigkeit, den Bildungsgrad der Gesellschaft oder um die Luftgütewerte, den CO2 Ausstoß oder die Unfallstatistik handelt- beinahe alles wird erhoben. Aus welchen Quellen kommen die Daten? Stammen sie aus Umfragen- bei welcher Genauigkeit? Liegt die Luftgüte-Messstelle neben einem Verschmutzungs-Verursacher oder weitab davon? Abhängig vom Auftraggeber kann ein und dieselbe Studie unterschiedlich interpretiert werden. Mögen die Zahlen auch dieselben sein, ihre Bewertung unterliegt dem jeweiligen Betrachtungswinkel. Fehlen beim Treibhausgasausstoß womöglich wesentliche Verursacher wie etwa der Flugverkehr? Hat man die Arbeitslosenrate nur auf eine bestimmte Altersgruppe beschränkt? Werden bei der Anzahl der Krankheitsfälle nur ganz spezifische Parameter herangezogen? Die Menge der gesammelten Daten steigt, weil sie als Fundament für Entscheidungen dienen. Zahlen sprechen für sich- es kommt allerdings darauf an, wer sie für welchen Zweck benutzt. Zahlen machen Politik - und mit ihr wächst die Bedeutung der Statistik. Macht Statistik Politik oder ist es umgekehrt? Eine kritische Annäherung von Ilse Huber.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Diva mit vier Saiten

Eine Geschichte der Violine (4). Gestaltung: Nikolaus Scholz General Dupont, La Pucelle oder King George, so die Namen der drei wertvollsten Violinen der Welt. Nicht selten erreichen Instrumente aus der Werkstatt der Cremoner Geigenbauerfamilien Guaneri und Stradivari bei Auktionen einen Zuschlag in Millionenhöhe. Doch die italienischen Geigenbauer von einst haben das Geheimnis ihres Klangs mit ins Grab genommen. Ein Eldorado tut sich auf - nicht nur für Wissenschafter und Geigenbauer, die heute am perfekten Klang tüfteln, sondern auch für Spekulanten und Händler. Dennoch werden heute Geigen gefertigt, die dem Klang ihrer Vorfahren um nichts nachstehen. Wolfgang Thiele ist einer von 30 Geigenbauern in der bayrischen Metropole München, Julia Maria Pasch aus Wien baut Violinen in einem Raum, wo einst Richard Wagner und Johannes Brahms gemeinsam musizierten, und der Schweizer Forscher Armin Zemp experimentiert mit einem Holzpilz, um eine moderne Geige zu bauen, die sogar den Klang einer Stradivari übertreffen soll. Die wenigen, erhalten gebliebenen Guaneris und Stradivaris befinden sich heute entweder im Besitz privater Sammler oder potenter Institutionen, wie etwa der Österreichischen Nationalbank, die die wertvollen Instrumente an herausragende Musikerpersönlichkeiten verleiht.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ausgewählt

mit Mirjam Jessa André Gides "Aufzeichnungen über Chopin" und ihre Relevanz für die Chopin-Interpretation André Gide, Literaturnobelpreisträger, liebte Chopins Musik und hasste die "unerträgliche Selbstsicherheit der Virtuosen", die Chopin für seinen Geschmack immer zu laut und zu schnell spielten, zu oberflächlich. Stattdessen hielt er den "Beichtstuhlton" für angemessen, in dem Baudelaire laut dem Dichter Laforgue seine Gedichte schrieb. André Gide liebte Chopins Musik so sehr, dass er ihr und vor allem der Frage ihrer Interpretation ein ganzes Büchlein gewidmet hat: "Aufzeichnungen über Chopin", das auch mit Notenbeispielen versehen ist. Auszügen aus Gides Essay werden historische und aktuelle Chopin-Interpretationen gegenübergestellt. So prüft nicht nur der Text die Interpretation, auch die Interpretation stellt den Text in Frage.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Riwan oder der Sandweg". Von Ken Bugul. Aus dem Französischen von Jutta Himmelreich. Es liest Andrea Eckert. Mit ihrem ersten 1982 veröffentlichten Buch "Le Baobab fou", in der deutschen Übersetzung 1985 als "Die Nacht des Baobab" erschienen, war Ken Bugul ein außerordentlicher Erfolg gelungen. Sehr freizügig schildert sie das Leben einer jungen Afrikanerin, die im gelobten Frankreich ihr Glück sucht - und nichts als sexuelle Ausbeutung findet. 17 Jahre später schrieb Ken Bugul, was die junge Afrikanerin erlebt, als sie ernüchtert wieder in ihr Dorf zurückkehrt. Als sie liebevoll vom Kalifen, dem Serigne von Daroulière, aufgenommen wird, lernt sie eine ganz andere Lebensweise kennen: das traditionelle, polygame Leben am Hof des Serigne. Gestaltung: Friederike Raderer.

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Hans Georg Nicklaus. BEETHOVEN ESSENZIELL DesCis bringt anlässlich des Beethovenjahres 2020 eine wöchentliche Serie unter dem Titel "Beethoven - essenziell". In 250 Sekunden wollen wir immer am Donnerstag versuchen den Menschen, das Werk, die Zeit und die Auswirkungen dieses so herausragenden Künstlers zu beleuchten - zur Feier der 250. Wiederkehr des Geburtstages Beethovens.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Stimmen hören

mit Chris Tina Tengel. Michel Corboz und seine Chöre: vital, erfinderisch, universell Unter den "großen Alten", die auf unterschiedliche Weise geholfen haben, Vokalmusik zwischen Monteverdi und Mozart wieder klanglich verfügbar zu machen - Raymond Leppard, Jean-Claude Malgoire, Jürgen Jürgens, Nikolaus Harnoncourt leisteten Vergleichbares - ist der 1934 geborene und bis vor wenigen Jahren noch aktive Schweizer Michel Corboz trotz weitest gefächerter Tätigkeit auch im Plattenstudio, mit dem Ensemble Vocal Lausanne als Basis, am ehesten "Geheimtipp" geblieben. Es mag an der Doktrinfreiheit seines Musizierens liegen, aber auch an seinem Repertoire, das sich bei allem Engagement nicht auf Komponisten wie Cavalli oder Charpentier beschränkte, sondern über Haydn, Schubert, Mendelssohn bis Arthur Honegger und Igor Strawinsky reichte. Unbedingt "kennenswert"!

15.30 Uhr
Moment

Der Schreibtisch als kleines Stück zuhause Die individuelle Gestaltung des Arbeitsplatzes Wer in Österreich vollzeitbeschäftigt ist, verbringt laut einer Eurostat-Befragung aus dem Jahr 2016 in der Woche durchschnittlich 41,4 Stunden am Arbeitsplatz. Also richten sich manche Menschen häuslich ein - mit Blumen, Fotos, Nippes, einer Madonna oder Kuckucksuhr. Nicht alles ist erwünscht. Über Möglichkeiten und Grenzen individueller Gestaltung am Arbeitsplatz. Gestaltung: Tanja Rogaunig Was macht eigentlich...eine oder ein "boom operator"? Gestaltung: Teresa Schwind

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Als ich Kind war: Mai Cocopelli Sie singt von Keksen, Schnee, Engeln und vielem mehr: die Kinderliedermacherin Mai Cocopelli. Mit Rudi spricht sie darüber, welche Rolle die Musik in ihrer Kindheit gespielt hat. Mai erzählt von ihren Idolen, ihren ersten selbst geschriebenen Liedern und warum sie unbedingt Musikerin werden wollte.

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Medizin und Gesundheit

Zwangsstörungen erfolgreich therapieren Leonardo DiCaprio, Woody Allen, Cameron Diaz, Anton Bruckner, David Beckham und Raffael Nadal - sie alle sind nicht nur berühmt, ihr Leben wird/wurde auch durch zwanghafte Handlungen bestimmt. Zwei bis drei Prozent der Bevölkerung sind von Zwangsstörungen, also Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, betroffen. Zu den bekannten zählen: Kontroll-, Wasch- und Reinigungs-, Ordnungs-, Wiederholungs-, Zähl- sowie Sammel- und Hortzwänge. Am häufigsten sind die Kontroll- und Waschzwänge. Die betroffenen Menschen haben Angst, es könnte die Wohnung abbrennen oder überflutet werden, wenn sie Herd und Wasserhahn nicht mehrmals kontrollieren bzw. sie befürchten, sich mit lebensgefährlichen Keimen zu infizieren. Diese Zwänge können leicht ausgeprägt sein. Oder so stark, dass die Betroffenen täglich acht Stunden und länger ihrem Zwang nachgehen müssen, quasi von ihm dominiert werden. Die Folgen: Verlust von Job und Freunden und häufig auch gesundheitliche Probleme wie offene Hautstellen oder massive Zahnfleischprobleme aufgrund des intensiven Waschens und Putzens. Von einer Zwangsstörung spricht man dann, wenn mindestens zwei Wochen lang die beschriebenen Symptome auftreten und einen großen Leidensdruck verursachen bzw. einen normalen Alltag verunmöglichen. Wer also am Gehsteig nicht auf die Fugen zwischen den Platten steigt oder regelmäßig ein zweites Mal nachschaut, ob der Herd auch wirklich abgedreht ist, hat keine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung. Ursachen für Zwangserkrankungen gibt es mehrere. In Fachkreisen geht man seit einiger Zeit von einem bio-psycho-sozialen Modell aus. Das bedeutet, es gibt bei Erkrankten eine genetische Disposition, also eine "Bereitschaft". Die Krankheit selbst muss aber nicht zwangsläufig tatsächlich zutage treten. Dazu ist ein "Auslöser" - und dieser ist oft Stress, sei es in Partnerschaft, Familie oder in der Arbeit - erforderlich. Es gibt mehrere Psychotherapiemethoden, die Erfolge in der Behandlung aufweisen können. Besonders geeignet erscheint die Verhaltenstherapie. Der Patient/die Patientin lernt hier nach und nach, die Zwangshandlung trotz der aufkommenden, belastenden negativen Gefühle nicht auszuführen - und gerade dadurch wird das Bedürfnis danach immer schwächer. Der Krankheit wird sozusagen der Wind aus den Segeln genommen. In schwereren Fällen raten Psychiater (zusätzlich) zur Einnahme von Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI's), die ebenso wie bei Depressionen die Symptome stark mildern. Moderation: Univ.-Prof.in Dr.in Karin Gutiérrez-Lobos Sendungsvorbereitung: Mag.a Nora Kirchschlager Redaktion: Dr. Christoph Leprich

16.40 Uhr
Die Ö1 Kinderuni

Über die Arbeit von Anthropolog/innen. Gestaltung: Ute Maurnböck Archäolog/innen graben Knochen aus, Anthropolog/innen untersuchen sie: so könnte man - kurz gefasst - die Bearbeitung der menschlichen oder tierischen Skelettüberreste umschreiben. Sylvia Kirchengast zum Beispiel tut das, sie ist Anthropologin und Humanbiologin im Department für Evolutionäre Anthropologie, und sie gibt den Ö1 Kinderuni Reporter/innen Einblick in ihre Arbeit. Emilia, Johanna, Hamza und Sean Brayden erfahren, dass bestimmt werden kann, wie alt der untersuchte Mensch war, als er gestorben ist, woran er starb und ob es sich um einen Mann oder eine Frau gehandelt hat. Und mithilfe chemischer Verfahren kann man aus den Knochen lange verstorbener Menschen sogar herauslesen, was sie gegessen haben. Nicht jede einzelne Speise natürlich, aber ob sie sich hauptsächlich von Fisch, bestimmten Pflanzengruppen oder Fleisch ernährt haben.

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. Aktuelle Aufnahmen von Wynton Marsalis, mit und ohne "Jazz at Lincoln Center Orchestra" Was macht eigentlich Wynton Marsalis? Um den streitbaren Trompeter und künstlerischen Leiter von "Jazz at Lincoln Center" in New York City, der in den 1980er und 1990er Jahren als scharfzüngiger Wortführer einer konservativen, "klassischen" Kanonisierung der Jazzgeschichte immer wieder für Kontroversen sorgte, um ihn ist es zuletzt stiller geworden. Seine Produktivität ist indessen ungebrochen: Unlängst sind Aufnahmen des Jazz at Lincoln Center Orchestra mit Sänger Rubén Blades und Saxofonist Wayne Shorter auf Tonträger erschienen, ebenso der Soundtrack zu Dan Pritzkers Film über den legendären New-Orleans-Trompeter Buddy Bolden. Sowie ein ebenfalls Marsalis' Feder entstammendes Violinkonzert und eine "Fiddle Dance Suite" für Solo-Violine, aufgenommen von der britischen Geigerin Nicola Benedetti. Eine aktuelle Werkschau anlässlich des dreitägigen Februar-Gastspiels von Wynton Marsalis mit dem Jazz at Lincoln Center Orchestra im Wiener Konzerthaus.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Kurstädte als Laboratorium der bürgerlichen Gesellschaft Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien. Kurstädte gelten als Sonderform von Städten: meist zu klein, zu idyllisch, zu wenig bedeutsam bzw. in ihrer Bedeutsamkeit flackernd, weil den Moden und Konjunkturen der Zeit unterworfen ... Kurorte stellen zwar vordergründig die Pflege und Erhaltung des Körpers in den Vordergrund, doch bedienen diese Luft-, Wasser- und Naturkurorte auch andere Felder: Idylle und Modernität, Betriebsamkeit neben Entspannung und Verinnerlichung stehen sich gegenüber. Kurorte wurden deshalb schon im 18. und 19. Jahrhundert als "Laboratorium der bürgerlichen Gesellschaft" bezeichnet. Kneippkuren versus nächtlich-gesellschaftlicher Betriebsamkeit, Trinkkur und Diäten versus übermäßigem Alkohol- und/oder Zuckergenuss der Konditoreien, reiche Industrielle und bitterarme Stadtbewohner trafen in diesem Städtetypus aufeinander. Kurorte waren aber auch Orte der politischen Auseinandersetzung, des entstehenden Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit. Diese vielfältigen, kontrastreichen Aspekte erscheinen prägend für Kurstädte. Gestaltung: Robert Weichinger

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Vor der Parlamentswahl ist die Bevölkerung verbittert und wütend, das Regime lässt Proteste brutal niederschlagen. Gestaltung: Karin Senz / Marion Sendker Am Anfang des heurigen Jahres ist der Streit zwischen Teheran und Washington eskaliert, nachdem die USA den iranischen General Soleimani getötet hatten. Danach folgten innerhalb kurzer Zeit Vergeltungsschläge und der - irrtümliche - Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine durch den Iran, wütende Proteste der Bevölkerung waren die Folge. Schon im November hatte es gegen höhere Benzinpreise Demonstrationen gegeben. Hunderte Menschen starben, als Sicherheitskräfte dagegen vorgingen. Nun ist die Stimmung im Land von großer Hoffnungslosigkeit geprägt, bei den Menschen herrschen Trauer, Wut, Hass und tiefe Verunsicherung. Vor diesem Hintergrund finden am 21. Februar Parlamentswahlen statt.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Die unsichtbare Macht von Think Tanks Von Sabrina Adlbrecht Meinungsbildende Institute oder Expertengruppen, so genannte "Think Tanks", sind für Politik und Wirtschaft von großer Bedeutung. Weltweit sind derzeit etwa 7.800 solcher privaten oder öffentlich finanzierten "Denkfabriken" gelistet. Auch wenn es die deutsche Bezeichnung nahelegt, geht es bei diesen Einrichtungen nicht nur darum, Wissen herzustellen, sondern dieses vor allem für die jeweiligen Zielgruppen aufzubereiten. Auch wenn es keine allgemein anerkannte Definition von Think Tank gibt und der Begriff sehr unterschiedliche Institutionen umfasst, verfolgt doch jede davon eine bestimmte Agenda und versucht, mittels Forschungsarbeiten, Studien und Positionspapieren auf politische Gestaltungsprozesse einzuwirken. Etwa drei Viertel dieser Institutionen, die sich mit militärischen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen und Strategien befassen, sind nach den 1970er/80er Jahren entstanden und werden oft mit der so genannten "neoliberalen Wende" in Zusammenhang gebracht. Während in der Vergangenheit politikrelevante Forschung und Analyse das Hauptbetätigungsfeld von Denkfabriken waren, widmeten sich die nachfolgenden Institute vermehrt der interessen- und wertgeleiteten Politikempfehlung und deren Umsetzung. Nach welchen Kriterien lassen sich Think Tanks unterscheiden? Wie arbeiten und argumentieren diese? Und beeinflussen sie Politik und öffentliche Meinung tatsächlich so stark wie oft angenommen?

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

Renaud Capuçon, Violine; Sir András Schiff, Klavier. Claude Debussy: Violinsonate g-Moll * Robert Schumann: Violinsonate Nr. 2 d-Moll op. 121 * César Franck: Violinsonate A-Dur * Zugabe: Wolfgang Amadeus Mozart: Adagio aus der Violinsonate Es-Dur KV 481 (aufgenommen am 27. Juli 2019 in der Kirche von Verbier im Rahmen des "Verbier Festivals 2019"). Präsentation: Andreas Maurer

21.00 Uhr
Im Gespräch

"Ich war ein schwieriges Mädchen" - Helene Maimann im Gespräch mit Lotte Tobisch, Schauspielerin und Opernball-Organisatorin (Erstausstrahlung am14. März 2013) Der umjubelte Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 12. März 1938 in Österreich brachte die privilegierte Kindewelt der Lotte Tobisch zum Einsturz. Wenige Tage, nachdem die Wehrmacht über den Ring marschiert war, erschlug die Gestapo einen Neffen ihres jüdischen Stiefvaters Gustav Lederer. Lederer flüchtete in die Tschechoslowakei, sein Bruder wurde während des Novemberpogroms drangsaliert, auf den Straßen randalierte der Mob. Die zwölfjährige Lotte sah vieles, hörte genau hin und lernte früh von ihrer Mutter einige unerlässliche Haltungen, um dem Regime die Stirn zu bieten, Kaltblütigkeit vor allem und Entschlossenheit. Das junge Mädchen ging bald eigene Wege und setzte sich in den Kopf, Schauspielerin zu werden. Im Gespräch mit Helene Maimann erinnert sich Lotte Tobisch an den März 1938 und die Jahre der NS-Diktatur. Und an ihren Lebensweg danach, der von der Literatur, vom Theater, von Begegnung mit Künstlern und Schriftstellern und von ihren zwei großen Lebenslieben geprägt war.

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

"Der Exzess". Faszinosum und Bedrohung von Grenzüberschreitungen (4). Gestaltung: Thomas Mießgang Politik in Zahlen. Die Macht der Statistik (4). Gestaltung: Ilse Huber Diva mit vier Saiten. Eine Geschichte der Violine (4). Gestaltung: Nikolaus Scholz

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Tomer Damsky im Zeit-Ton-Porträt Das künstlerische Schaffen von Tomer Damsky ist vielseitig und reicht von Komposition über Performance- und Klangkunst bis hin zu experimenteller Club Musik. Vokalkunst, Improvisation, Bewegung, bildende Kunst, Klangskulptur - all diese verschiedenen Elemente verbindet Damsky in ihren oftmals multimedialen Werken auf immer wieder überraschende Art und Weise zu einem neuen Ganzen, stets auf der Suche nach dem leicht Schrägen, den subtilen Merkwürdigkeiten. Die Künstlerin ist in ihrer Heimatstadt Jerusalem aber auch eine wichtige Multiplikatorin, als Gründungsmitglied des Studio Straus ebenso wie in zahlreichen weiteren Kollektiven, wie etwa als Kuratorin des Mazkeka oder als Gestalterin von Radio Raash-Hour. Gestaltung: Susanna Niedermayr

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation und Musikauswahl: Ursula Strubinsky dazw. 03:00 Uhr Nachrichten