Features

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Das Völkerrecht

Spielregeln gegen die globale Unordnung (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Ein Vertrag, den die beiden mesopotamischen Stadtstaaten Lagasch und Umma im Jahr 3100 v.Chr. schlossen, belegt: Schon lange vor unserer Zeitrechnung machten sich Herrscher nicht nur darüber Gedanken, welche Normen innerhalb ihres eigenen Machtbereichs gelten sollten. Sie waren auch an übergeordneten Spielregeln interessiert, die die Beziehungen diverser Herrschaftsgebiete zueinander ordnen sollten, also eine Art früher und rudimentärer Form des Völkerrechts. Das Völkerrecht - oder internationale Recht -, wie wir es heute kennen, entwickelt sich vor allem im 19. Und 20. Jahrhundert und wird im 21. Jahrhundert ständig erweitert. Umwelt, Weltraum und der virtuelle Raum sind nur einige aktuelle Beispiele. Recht auf der einen und die politischen Interessen der Staaten auf der anderen Seite stehen dabei in einem ständigen und komplexen Wechselspiel. Zwar gibt es inzwischen unzählige internationale Verträge und Abkommen, große Organisationen wie die UNO, internationale Gerichtshöfe und vieles mehr, doch deren Zuständigkeiten, Bedeutung und "korrekte" Auslegung sind häufig umstritten. Das zeigt sich beispielsweise bei der Frage, wann Gewaltanwendung, militärische Interventionen und Präventivschläge gerechtfertigt sind, oder was Vorrang hat - Wirtschaftsinteressen oder Rechte von Indigenen. Grundlegendes Ziel des Völkerrechts wäre es, die Voraussetzungen für eine stabile globale Friedensordnung festzulegen. Tatsächlich aber unterscheiden sich die Vorstellungen von Souveränität und Rechtsgestaltung zwischen den großen Spielern, den USA, der EU, China und Russland oft signifikant.

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Scham Das quälende Gefühl, bloßgestellt zu sein Trauma Wenn die Seele verletzt wird Das Kalenderblatt 26.2.1109 Edigna von Puch gestorben, Baumbewohnerin Von Brigitte Kohn Scham - das quälende Gefühl, bloßgestellt zu sein Autorin: Prisca Straub / Regie: Kirsten Böttcher Scham lauert überall. Jeden Tag. Und kann uns unerwartet intensiv treffen. Wir haben etwas erlebt oder getan, von dem wir sicher sind, dass es das Umfeld nicht akzeptiert. Wir fühlen uns verurteilt, vielleicht sogar mit unserem ganzen Wesen in Frage gestellt. Wer sich schämt, empfindet eine existenzielle Beschädigung. Deshalb gehört Scham zu den unangenehmsten Gefühlen überhaupt. Gleichzeitig haben uns Schamgrenzen als soziale Lebewesen auch enorm erfolgreich gemacht. Scham gehört zu unserer menschlichen Grundausstattung dazu - und ist in allen Kulturen vorhanden. Doch: Die Auffassungen davon, was als beschämend gilt, sind sehr unterschiedlich. Jede Kultur schämt sich anders. Trauma - wenn die Seele verletzt wird Daniela Remus / Regie: Sabine Kienhöfer Kriegserlebnisse, Naturkatastrophen, Vergewaltigungen oder Folter, solche Erfahrungen können traumatisieren. Aber auch Verkehrsunfälle, Mobbing oder Vernachlässigungen. Als Traumata bezeichnen Psychologen seelische Verletzungen, die ein Mensch erlebt, wenn sein inneres System durcheinandergewirbelt wird, wenn Unmengen von Stresshormonen ausgeschüttet werden und dieser Alarmzustand bestehen bleibt. Ob einschneidende, schockierende Erlebnisse als Trauma nachwirken, hängt nicht nur von den objektiven Ereignissen ab, sondern auch vom inneren Erleben. Manche Menschen überstehen selbst existentiell bedrohlichste Erfahrungen psychisch relativ stabil, während andere ihr Leben lang davon gezeichnet sind. Unbehandelte Traumata können zu lebenslangen Folgestörungen führen. Sie verursachen Depressionen, Schlafstörungen und Angststörungen oder machen die Betroffenen aggressiv. Erst allmählich erkennen die Wissenschaftler, was Traumata alles bewirken: Sie können sogar das Erbgut verändern und an nachfolgende Generationen weitergegeben werden. Trauma-Ambulanzen und neuartige Therapien sollen helfen. Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Susanne Poelchau

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Reparatur der Zukunft

Casting neuer Ideen (3). Gestaltung: Sarah Kriesche, Ilse Huber, Viktoria Waldegger, Stefan Niederwieser, Margit Atzler, Irmgard Wutscher Unter [oe1.orf.at/zukunft|oe1.orf.at/zukunft] können Sie Projekte, Ideen und Initiativen einreichen, die die Zukunft im Jetzt reparieren wollen. Wir haben 12 ausgewählt und präsentieren sie im Laufe der Woche. *ReCycling-Tour - eine umweltfreundliche Konzerttournee* Wenn Bands auf Tour gehen, werden Kerosin, Plastik und viele Megawattstunden Strom verbraucht. Um diesen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, haben sich etwa grüne Booking-Agenturen gegründet und Zertifikate für Green Events etabliert. Der Tiroler Musiker geht einige Schritte weiter. Oder besser gesagt, er radelt sie. Ab Mai tritt er mit seiner Band eine Österreich-Tournee an. Das gesamte Equipment wird dabei auf Rad-Anhängern transportiert, Einweggebinde werden verbannt und auch die Veranstalter sollen vegetarische, lokale Speisen servieren. Die Bemühungen gehen bis hin zum Publikum, das umweltschonend anreisen sollte. Gestaltung: Stefan Niederwieser *Hausgemacht Kollektiv - Freizügig feiern mit Regeln und Dresscode* Hausgemacht ist ein Party-Kollektiv, seit ca. eineinhalb Jahren veranstaltet es die sexpositiven "zusammen kommen" Partys. Es gibt Regeln und einen Dresscode - vor allem letzterer sieht Freizügigkeit vor. Vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die nur bestimmte Körper als begehrenswert und bestimmte Formen von Beziehung und Sexualität als erwünscht definiert, soll es auf dieser Party Platz geben für mehr - auch wenn man vielleicht nur zum Tanzen hingeht. Gestaltung: Irmgard Wutscher *Der Klima-Werkzeugkoffer - Voller guter Ideen* Die Gruppe workers for future hat einen Klima-Werkzeugkoffer erarbeitet, der viele Anregungen enthält. Keine passive Angst vor Veränderungen, sondern aktive Mitwirkung beim sozialökologischen Umbau in Richtung Zukunft. Eine Zukunft, die auf ein gutes Leben für alle und für den Erhalt des Planeten abzielt. Mit gemeinsamer Kraft. Gestaltung: Ilse Huber

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - London - ewiger Quell der Popmusik?

Eine persönliche Spurensuche (3). Gestaltung: Robert Rotifer Seit mehr als einem halben Jahrhundert, den Beatles sei Dank, ist London eine Welthauptstadt der Popkultur. Das war auch der Grund, warum der Wiener Journalist Robert Rotifer einst dorthin zog, um aus der Mitte der dortigen Szene zu berichten. 23 Jahre später fragt er sich, ob er bloß zu alt geworden oder die globale Strahlkraft, der vom Brexit und dem Niedergang der Musikindustrie gebeutelten britischen Hauptstadt tatsächlich verblasst sein könnte. In Soho, wo einst an jeder Ecke Live-Musik zu hören war, gibt es faktisch keine Live-Clubs mehr, die "Grassroots" des Live-Geschehens haben sich längst in den fernen Osten und Süden der Stadt verpflanzt. Doch selbst dort kämpft die Szene ums Überleben - meist ohne Gage. Solche Vorstadt-Phänomene gleichen eher jenen der Pop-Provinz als denen einer Pop-Metropole. Doch wenn die Dinge wirklich so schlecht stehen, woher kam dann die aktuelle Explosion der jungen Londoner Jazz-Szene? Und wenn nicht weiße Bands, sondern Grime-Stars wie Stormzy heute Londons musikalische Aushängeschilder sind, wieso ziehen sich dann die dämonisierten Drill-Rapper auf den Mikrokosmos per Youtube und auf der Straße ausgetragener Kleinkriege zwischen Bewohnern rivalisierender Postleitzahlen zurück? Oder manifestiert sich in all diesen parallel existierenden, kleinen Welten vielmehr das Ende der Ära des Hypes rund um das alle vereinende "next big thing"? In seiner Radiokolleg-Serie verlässt Robert Rotifer seine eingetretenen Pfade auf der Suche nach Londons junger Szene und der Zukunft der Popkultur.

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Monotheismus Vom Vielgötterglauben zu dem einen Gott Naturreligionen Altes Wissen neu entdeckt Das Kalenderblatt 26.2.1109 Edigna von Puch gestorben, Baumbewohnerin Von Brigitte Kohn Monotheismus - vom Vielgötterglauben zu dem einen Gott Autorin: Elke Worg / Regie: Axel Wostry "Ich bin der Herr, dein Gott", heißt es in den Zehn Geboten, die das Volk Israel auf dem Weg in das verheißene Land empfing. "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir." Doch dieser Gott, der seinen Namen nicht preisgeben wollte, hatte es anfänglich schwer, sich gegen die übermächtige Konkurrenz zu behaupten. Woher kam der Gott, der den Anspruch erhob, einzigartig zu sein? Schon vor der Entstehung des biblischen Monotheismus gab es im Alten Ägypten und in Persien Versuche, den Glauben an nur einen Gott zu propagieren. Doch erst das Babylonische Exil verhalf der neuen Idee zum entscheidenden Durchbruch. Neuere Untersuchungen zeigen: Die Geschichte des Monotheismus ist ohne Medien nicht denkbar. Sprache, Bilder und Schrift lösten einander ab und bereiteten dem Glauben an den einen Gott die Bahn. Die drei großen monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam haben gemeinsame Wurzeln. Welche Vorteile brachte der Monotheismus und welche Gefahren gehen von ihm aus? Naturreligionen - altes Wissen neu entdeckt Autorin: Geseko von Lüpke / Regie: Irene Schuck In jeder Liste der großen Weltreligionen dürfen sie nicht fehlen - die Naturreligionen, die nach wie vor bei rund 300 Millionen Menschen aus indigenen Kulturen das Weltbild prägen. Neu allerdings ist die Entwicklung, dass auch in der modernen Welt naturreligiöse Strömungen auf dem Vormarsch sind und zum Teil deutlichen Einfluss auf die Ausprägung auch christlicher Gottesdienste nehmen. Was aber ist so faszinierend an Glaubensformen, die scheinbar gar nichts mehr mit der modernen Welt zu tun haben: Indianische Rituale, Kulte archaischer Naturreligionen, schamanistische Heilungswege. Die Sendung geht den vielen Spuren nach. Sie macht nicht nur deutlich, dass die Krise der kirchlichen Institutionen viele Menschen nicht nur dazu führt, nach Alternativen Ausschau zu halten, sondern auch die vorchristlichen Wurzeln europäischer Religiosität zu erforschen. Sie behandelt zudem den starken Einfluss der Globalisierung auf unser modernes Weltbild, in der es nicht nur einen Export von Weltbildern von Nord nach Süd gibt, sondern auch umgekehrt. Sie erklärt darüber hinaus, warum gerade in Zeiten der Umwelt- und Klimakrise die Suche nach ökologischen und ganzheitlichen Glaubenswelten der Naturreligionen, die einen anderen Umgang mit der lebendigen Welt vermitteln, besonders groß ist. Dabei wird deutlich, dass manch altes Wissen durchaus der modernen Welt dienen kann und einige archaische Weisheiten den Aussagen der modernen Grundlagenforschung verblüffend nahe kommen. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Wenn der Staat die eigenen Kinder entzieht Zwangsadoptionen in der DDR Von Dorothea Brummerloh

Mittwoch 22:00 Uhr MDR KULTUR

Die Kinder von Station 19 *

Auf der Suche nach den Opfern einer Verwahrungspsychiatrie Von Marie von Kuck (Ursendung) Die Leipziger Psychiatrie war seit den frühen 70er Jahren berühmt für ihre sozialtherapeutischen Arbeitsweisen und genoss auch international Anerkennung. Doch die meisten psychiatrischen Patienten lebten auf sogenannten Verwahrstationen. Die Bedingungen waren von Mangel geprägt und desaströs. Tausende psychisch Kranke und geistig Behinderte lebten dort ein menschenunwürdiges Dasein. Die Autorin lernte 1990 als Hilfskraft die Kinderstation in Altscherbitz kennen. Kurze Zeit nach der Wende wurden die Stationen geschlossen und aus Altscherbitz fast 600 Menschen entlassen. Die meisten hatten fast ihr ganzes Leben dort verbracht. Wer waren sie und was ist aus ihnen geworden? Marie von Kuck wurde 1971 in Leipzig geboren und war in der DDR- Oppositionsbewegung aktiv. Sie ist ausgebildete Puppenspielerin und Theatertherapeutin. Seit dem Jahr 2000 arbeitet sie auch als Autorin. Für den Rundfunk schreibt sie Hörspiele, Features und Reportagen. Sie lebt in Berlin. Regie: Beatrix Ackers Produktion: DLF/MDR 2020

Mittwoch 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Assads neues syrisches Reich das ARD radiofeature Über Gläubige, Märtyrer und Nazis Von Marc Thörner (Produktion: WDR 2020) Seit 2011 tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Mehr als 450 000 Menschen wurden getötet. Inzwischen hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad fast sein ganzes Territorium wieder in Besitz genommen. Um die unterschiedlichen Religionsgruppen und Ethnien in Syrien zur Gemeinsamkeit zu bewegen, soll ihm die Syrian Socialist National Party helfen. Sie setzt auf die Idee eines "Großsyriens", ist im deutschen Nationalsozialismus verwurzelt und kooperiert bestens mit der schiitischen Hisbollah. Dieses Bündnis aus syrischen Nazis und radikalen Islamisten findet auch im Westen Unterstützer.

Mittwoch 22:04 Uhr rbb Kultur

FEATURE

Die Kinder von Station 19 Auf der Suche nach den Opfern einer Verwahrpsychiatrie Von Marie von Kuck Regie: Beatrix Ackers Produktion: Dlf/MDR 2020 - Ursendung -

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Das Völkerrecht. Spielregeln gegen die globale Unordnung (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Reparatur der Zukunft. Casting neuer Ideen (3). Gestaltung: Mirela Jasic, Sarah Kriesche, Ilse Huber, Irmgard Wutscher London - ewiger Quell der Popmusik? Eine persönliche Spurensuche (3). Gestaltung: Robert Rotifer

Mittwoch 22:30 Uhr HR2

Jazzfacts

What"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Pat Metheny: noch mehr Haare und Soundschichtungen, Enlargement all over the place? "From This Place" (aber spiegelverkehrt): alles eine Frage des Standpunkts? - Das neue Album von Pat Metheny mit Tornado, Nostalgie und orchestralem Expansionskurs

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