Tagestipps

Dienstag 18:03 Uhr SRF 2 Kultur

Kontext

Schlaf im Zeichen der Optimierung Im Mittelalter galt er als Sünde, im Industriezeitalter als Produktionsbremse, heute steht er im Zeichen der Optimierung: der Schlaf. Während viele Menschen in Schlafkliniken wieder lernen zu schlafen, versuchen sich andere im Traumwandeln. Was sagt das Verhältnis zum Schlaf über unsere Zeit aus?

Dienstag 18:25 Uhr Ö1

Journal-Panorama

Die Zwangssterilisation von Menschen mit Behinderung hat eine lange Geschichte und endete in Österreich erst vor nicht allzu langer Zeit. Gestaltung: Natasa Konopitzky In der NS-Zeit gehörte die Zwangssterilisation von Behinderten, von sozial Benachteiligten und solchen, die bestimmten ethnischen Minderheiten, wie zum Beispiel den Roma angehörten, zur offiziellen Bevölkerungspolitik. Die Sterilisationen von Menschen mit Behinderung wurden aber auch nach 1945 fortgesetzt, und zwar bis zum Beginn dieses Jahrtausends, auch in Österreich. Meist wurde unter dem Vorwand einer Blinddarmoperation der Eingriff ohne Wissen betroffener Frauen vorgenommen. Erst eine Gesetzesänderung im Jahr 2001 setzte dieser Praxis ein Ende. Zwangssterilisationen finden in Europa vereinzelt auch heute noch statt. In Spanien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei gelangen solche Fälle immer wieder an die Öffentlichkeit. Heuer im Jänner soll in Ungarn eine 26jährige, die der Arzt für eine Roma-Frau hielt, sterilisiert worden sein.

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Die Kinder von Station 19 Auf der Suche nach den Opfern einer Verwahrpsychiatrie Von Marie von Kuck Regie: Beatrix Ackers Produktion: Dlf/MDR/WDR 2020 Überall in der DDR fristeten Tausende psychisch Kranke und geistig Behinderte auf Verwahrstationen ein menschenunwürdiges Dasein. Die Autorin lernte 1990 als Hilfskraft die Kinderstation in Altscherbitz kennen. Bei der Suche nach den Kindern von damals stieß sie auf eine Mauer des Schweigens. Die Leipziger Psychiatrie war seit den frühen 70er-Jahren berühmt für ihre sozialtherapeutischen Arbeitsweisen und genoss auch international Anerkennung. Doch die meisten psychiatrischen Patienten lebten auf sogenannten Verwahrstationen. Die Bedingungen waren von Mangel geprägt und desaströs. Anfang der 90er-Jahre wurden diese Stationen geschlossen. Aus Altscherbitz wurden fast 600 Patienten entlassen. Die meisten von ihnen hatten fast ihr ganzes Leben hier verbracht. Wer waren diese Menschen? Und was ist aus ihnen geworden? Die Kinder von Station 19

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Labels für Dein gutes Leben Wie wirksam wir als Konsumenten Politik machen Von Heiner Kiesel Bio, Fairtrade oder blauer Engel - ein unüberschaubares Dickicht von Labels stürzt auf Verbraucher ein. Doch halten die Siegel, was sie versprechen? Einkaufen ist mehr als nur das Befriedigen von Grundbedürfnissen. Wir verbringen auch immer mehr Zeit damit. Konsum trägt zum Selbstwertgefühl bei, kann unterhaltsam sein und wird auch zunehmend zu einer Sphäre der politischen Handlung. Die Idee: Bürgerinnen und Bürger entscheiden als Konsumenten aktiv über die Welt, in der sie leben wollen. Hunderte von Labels auf den Produkten helfen ihnen dabei, das Richtige zu tun. "Du entscheidest!" wird der Einzelne von der Bundesregierung ermutigt. Wird der Kampf um eine gesündere, nachhaltigere und gerechtere Welt an der Ladenkasse entschieden? Das Konzept passt zu unserer individualisierten Gesellschaft - aber kann es auch einlösen, was es verspricht?

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Bandsalat, liebevoll zubereitet Die Kassette zwischen Nostalgie und Renaissance Von Jan Decker DLF 2018 Die vom Erfinder Lou Ottens 1963 vorgestellte Kompaktkassette, ein Tonträger zur elektromagnetischen analogen Aufzeichnung und Wiedergabe von Tonsignalen, ist aus unserem Alltag weitgehend verschwunden. Bis auf wenige Nischen, in denen sie sich hält: in Autoradios zum Beispiel oder als Hörspiel- und Hörbuchkassette für Kinder. Kinderleicht ist ihre Bedienung: Einlegen in das Kassettenfach, Play drücken, los geht"s. Und robust ist sie auch, im Gegensatz zu Schallplatte und CD toleriert sie Hitze und Staub. Bis in die 1990er-Jahre war die Kassette eines der meistgenutzten Audiomedien, trotzdem wurde sie durch digitale Techniken vom Markt verdrängt. Doch überraschenderweise erlebt die Kassette neuerdings gerade bei jungen Bands eine Renaissance als Verbreitungsmedium. Sie finden das Feature für 12 Monate in der ARD Audiothek. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 20:05 Uhr Bayern 2

Nachtstudio

Über das Mutterwerden Von Rachel Cusk Aus dem Englischen von Eva Bonné Was bedeutet es, ein Kind zu bekommen? Was bedeutet es für eine Frau? Schmerz, Schlaflosigkeit und den Entzug sämtlicher Rechte! Das beklagt Rachel Cusk. Es gebe ein "Schweigegelübde"; mit der Schwangerschaft würden Frauen zu einer "gehirngewaschenen Kopie" ihrer selbst, "die darauf programmiert wurden, kein Zeugnis von der Wahrheit abzulegen." Ihre Tochter ist für Cusk ein Fremdkörper. Ein Objekt, das sie zwingt, sich von Genüssen wie Tabak oder Alkohol zu verabschieden, das mit seinem Schreien und seinen Koliken ihren Tag zerstört, das sie auf eine Milchproduzentin reduziert. Ärzte, Hebammen, Ernährungsberaterinnen predigen ein Mutterbild, das mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Denn die ersten Monate sind für Cusk purer Horror: "Frischgebackene Eltern müssen sich von anderen Eltern sagen lassen, Schlafentzug sei eine in Folterlagern angewandte Methode. Anscheinend handelt es sich um ein Apokryph, das überliefert wird wie ein Hilfeschrei aus dem heimischen Folterlager." Cusk zeichnet ein Bild von sich als attraktive, aktive Frau. Bis sie ein Kind bekam. Diesen Verlust gleichen die wenigen Momente inniger Verbundenheit mit ihrer Tochter nicht aus. Sie fühlt sich zerrissen, zwischen Liebe und dem Bedürfnis nach Unabhängigkeit: "Ich werde mal in diese Richtung geblasen und mal in jene und irre umher wie eine verrückte Kompassnadel, die den Norden nicht findet." Kinder als Lebenswerk, das Frauen in Rollenmuster zwingt. Dieser Text ist ein Rammbock, der den Müttermythos zu Fall bringen will. Der Essay ist bei Suhrkamp erschienen. Wir bringen eine gekürzte Lesung.

Dienstag 20:10 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

The Language of Light - Music to the Work of Sean Scully Von Merzouga Komposition & Regie: Merzouga Realisation: Merzouga Redaktion: Soila Valkama/Sabine Küchler Produktion: Yleisradio Finnland/Dlf 2019 Länge: 46"20 Ursendung Sean Scully, geboren 1945 in Dublin, ist einer der bedeutendsten abstrakten Maler seiner Generation. In seinen oft großformatigen Gemälden schichtet er Farben übereinander zu opulenten Gemälden. Für die Bildkomposition unterteilt Scully die Leinwände meist streng in vertikale und horizontale Streifen, der Farbauftrag ist emotional und gestisch. Es entstehen ,Walls of Light", poetische Farb-Wälle von großer physischer Wucht, kraftvoll und durchlässig zugleich. "Ich glaube", so Sean Scully, "Kunst ist eine Wunde, in einem Tanz mit der Liebe. Und wenn die Wunde und die Liebe gleich groß sind, können sie gut zusammen tanzen." In seinen Schriften lotet Scully verspielt aus, was seine Kunst inspiriert, fragt sich, woher sie kommt, und was sie ihm bedeutet. Und er erinnert sich, etwa an seine ersten Skulpturen, die er als Teenager bei Gelegenheitsjobs für die Warenhauskette Woolworth fabrizierte. Kartonverpackungen musste er dort zu stark komprimierten Paketen zusammenpressen. "Jeden Samstag bevölkerte ich den Hof hinter Mrs. Woolworth"s riesigem Warenhaus mit einer abstrakten, prachtvollen Installation der Arbeiterklasse. Ich schuf bereits knallharte Kunst, und ich war erst 15." In seinem Atelier im bayerischen Mooseurach empfängt Sean Scully das Klangkünstler-Duo Merzouga und liest aus seinen Gesammelten Schriften. Die Klangkomposition von Merzouga nimmt Motive aus Scullys Werk auf und übersetzt sie musikalisch. Scullys Stimme trifft auf akustische Schichtungen aus Instrumentalklang, Geräusch und Elektronik, die sich zu vibrierenden Klangwänden aufschwingen. Aus den ,Walls of Light" werden ,Walls of Sound". The Language of Light - Music to the Work of Sean Scully

Dienstag 21:00 Uhr NDR 2

NDR 2 Soundcheck Live

Sophie Hunger - Eine der spannendsten Popkünstlerinnen am europäischen Singer-Songwriter-Himmel stammt aus der Schweiz, ein Land das eigentlich eher weniger für seine Pop-Talente bekannt war.Die 36-jährige Sophie Hunger wurde als Emilie Jeanne-Sophie Welti in Bern geboren und wuchs in London, Bonn und Zürich auf. Ähnlich weitverzweigt waren auch ihre musikalischen Inspirationen. Ihre mehrsprachigen Songs wechseln zwischen dunklem Indie, Folk, Electro, Pop und Chanson, zeigen immer wieder Jazzanklänge, sind mal federleicht, mal voller emotionaler Schwere. Sophie Hungers Live-Konzerte sind oft bewegende intime Erlebnisse, im Juli 2019 war sie zu Gast beim Heimatsound-Festival in Oberammergau und beeindruckte wieder mit kreativen neuen Versionen von Songs ihrer sieben Alben und einem faszinierenden Cover von Noir Desir"s "Le vent nous portera"...

Dienstag 21:00 Uhr SRF 2 Kultur

Jazz Collection

Herbert Joos - Sein Ton ist sein Geheimnis Dieses Rauschen im Ton, auch in den höchsten Lagen, zaubert eine mystische Stimmung in die Musik des Flügelhornisten Herbert Joos, lange bevor der luftige Sound unter Trompetern zum Trend wird.

Dienstag 21:04 Uhr rbb Kultur

MUSIK DER KONTINENTE

mit Peter Rixen Worldwide Guitar Wohl kein anderes Instrument ist weltweit so verbreitet wie die Gitarre. Ihre unangefochtene Stellung verdankt sie ihrer Vielseitigkeit - melodisch, harmonisch und rhythmisch. Und nicht zuletzt ist sie in einer ganzen Reihe von Genres das prägende Instrument.

Dienstag 22:03 Uhr SWR2 Rheinland-Pfalz

SWR2 lesenswert Feature

Eine Frage des Anstands Der englische Schriftsteller John le Carré Von Thomas David (Produktion: WDR 2020) John le Carré gilt seit über 60 Jahren als scharfsinniger Zeitchronist und Meister des Agententhrillers. Mit "Federball" hat der 88-Jährige gerade die aufregende Geheimdienstgeschichte zum Brexit geschrieben. Es geht um das Schicksal Großbritanniens und natürlich um Verrat. Hauptfigur ist ein britischer Agent, der sich vor dem Hintergrund der eskalierenden Brexit-Verhandlungen Rechenschaft über seine Loyalität ablegt. Thomas David hat John le Carré in London besucht. Der Schriftsteller spricht über einen historischen Showdown, der für ihn auch Fragen nach dem persönlichen und politischen Anstand stellt.

Dienstag 22:04 Uhr WDR5

U 22 - Unterhaltung nach zehn: UaW (1/2)

Mit Nessi Tausendschön WDR 5 Kabarettfest aus Köln Mit Katie Freudenschuss, Markus Barth und Thomas Reis Aufnahme vom 9. Februar aus dem Theater am Dom, Köln

Dienstag 23:05 Uhr BR-Klassik

Jazztime

News & Roots Brazilian and Tango News: Mit dem Sextett des spanischen Bandoneon-Spieler Marcello Mercadante und mit den beiden brasilianischen Gitarristen Diego Figueiredo und Lula Galvao Auswahl und Moderation: Henning Sieverts

Montag Mittwoch